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Extra: Big Bang der amerikanischen Lyrik

Extra: Big Bang der amerikanischen Lyrik

8m 31s

Vor hundert Jahren, am 3. Juni 1926, wurde Allen Ginsberg in New Jersey geboren. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der (literarischen) „Beat-Generation“.
Und wie Ingeborg Bachmann, die drei Wochen nach ihm auf die Welt kam, eine neue Epoche der deutschen Lyrik einläutete, so begann schon mit seinem ersten veröffentlichten Gedicht „HOWL“ eine neue Lyrikepoche der USA.

Sein „Geheul“ ist ein radikales Poem von 1955, ein Rundschlag gegen den Moloch der konsumkapitalistischen USA, eine Feier der (Homo)Sexualität, bewusstseinserweiternder Drogen, des Jazz, ein Ritus der umstürzenden Heiligkeit alles Lebendigen, eine Wehklage über den Wahnsinn und in Irrenanstalten Misshandelten und Internierten…...

Folge 65: Das Glied des Nibelungen. Das Nibelungenlied: Sex and Crime oder Mahnung zum Frieden?

Folge 65: Das Glied des Nibelungen. Das Nibelungenlied: Sex and Crime oder Mahnung zum Frieden?

26m 40s

Es ist das deutsche Nationalepos: Das Nibelungenlied.
Um das Jahr 1200 vermutlich im Umkreis eines Passauer Klosters in mittelhochdeutscher Sprache verfasst, erzählt es in 2400 vierzeiligen Strophen die Abenteuer Siegfrieds und den Untergang der Burgunden, die in Worms residierten.

Der erste Teil des Nibelungenlieds beginnt mit der Geschichte von Siegfried, einem Helden, der durch das Baden in Drachenblut unverwundbar wird, außer an einer Stelle, die von einem Lindenblatt bedeckt war. Siegfried kommt an den Hof des burgundischen Königs Gunther und verliebt sich in dessen Schwester Kriemhild. Um Kriemhild zu heiraten, hilft Siegfried Gunther dabei, die kriegerische Königin Brünhild zu bezwingen....

Kostprobe: Misshelligkeiten in Mainz – Trennungen in den Tropen

Kostprobe: Misshelligkeiten in Mainz – Trennungen in den Tropen

20m 47s

März 2020, zu Beginn von Corona: Eine abgeschiedene Lodge in dem kolumbianischen Dschungeldorf Soledad.

Die Hamburger Fotografin Alena will nach einer schmerzhaften Trennung nur ein paar Tage bleiben. Doch mehr und mehr verfällt sie dem mystischen Charme des Ortes und den Erzählungen Rainers, dem deutschen Betreiber der Lodge. Ein seltsamer und charismatischer Mann mit dem Alena auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam hat.

Seine Lebensgeschichte, die zu großen Teilen in Mainz und Umgebung spielt, ist zugleich auch die Geschichte der alten Bundesrepublik. In seiner Kindheit immer für zu weich gehalten, rebelliert er in den sechziger Jahren gegen das spießige...

Folge 64: DJ der Dichtung

Folge 64: DJ der Dichtung

61m 8s

Hans Thill ist ein Dichter in der Nachfolge der Surrealisten, der „Oulipo“-Bewegung und der experimentellen Poesie. Deren Texte sind nicht nur Übungen im (manchmal durchaus auch formal strengen) „Leichtsinn poetischen Formulierens“, sondern auch literarische Übungen in der Erforschung des Bewusstseins und des Unbewusssten.

In „Karaoke 2“ spielt Hans Thill wie ein DJ der Dichtung, wie Rapper, wie Free-Jazzer oder Sampling-und ReMixer mit vorgefundenem musikalischen Material umgehen, mit vorhandenem lyrischem Material vom Barock bis zur Gegenwart. Wie Musiker Melodieinseln als Ausgangsmaterial für ihre freien Improvisationen benutzen, benutzt Hans Thill einzelne Zeilen (nicht nur) bekannter vorhandener Gedichte als Ausgangsmaterial der Inspiration zum...

Kostprobe: Die alltägliche Banalität des Bösen

Kostprobe: Die alltägliche Banalität des Bösen

26m 52s

Ginsterburg – eine fiktive deutsche Kleinstadt, malerisch gelegen am Wolfsberg. Klein genug, dass jeder jeden kennt. Groß genug um als Modell die Entstehung und Funktionsweise der Barbarei des Nationalsozialismus zu illustrieren.

Arno Frank zeigt die Entwicklung seiner Figuren in drei Zeitabschnitten: 1935 – 1940 – 1945.

Der Roman beschreibt Menschen, die uns vertraut sind: Profiteure und Mitläufer, Angepasste und Ausgegrenzte. Er macht sichtbar, wie wenig Druck nötig ist, wenn es nur darum geht, es bequemer zu haben oder zum ersten Mal Macht über andere zu besitzen. Hinter der gemütlichen Fassade lauert der Abgrund. Mit filmischem Blick und großer erzählerischer Kraft...

Folge 63: Lakonische Levitationen zwischen nouvelle vague, Poesie und Politik

Folge 63: Lakonische Levitationen zwischen nouvelle vague, Poesie und Politik

53m 57s

Marcus Braun ist ein Autor von Romanen und Theaterstücken. Er wurde 1971 in Bullay an der Mosel geboren, lebte lange Zeit in Berlin und ist seit zwei Jahren wieder in seine Heimat zurückgekehrt.

Wenn es nicht total veraltet und abgenutzt wäre, könnte man das früher häufig gebrauchte Klischee von den „Stillen im Lande“ aus der Mottenkiste kramen: Marcus Braun ist eher leise, zurückhaltend, nachdenkend, skrupulös, zweifelnd, lakonisch, langsam. Aber unter dieser Oberfläche phantasievoll, witzig, schräg, poetisch, kritisch, politisch, experimentierfreudig.

Und so sind auch seine Romane: poetisch, lakonisch, witzig bis zu schrägen Kalauern, flirrend, sehr filmisch wie das französische Kino der...

Kostprobe: Blinde Därme, dichtende Heiler und malade Poeten

Kostprobe: Blinde Därme, dichtende Heiler und malade Poeten

22m 5s

Jakob Leiner ist ein junger Arzt und Autor, geboren in Bad Dürkheim, aufgewachsen in Landau, der heute in Freiburg lebt. Er schreibt und veröffentlicht vor allem Gedichte, arbeitet auch als Übersetzer und als Herausgeber.

Seine neueste Veröffentlichung versammelt auf 280 Seiten „Gedichte von Heilenden und Kranken aus 500 Jahren“. Jakob Leiner hat sechs Jahre an der Vorbereitung dieser Anthologie gearbeitet. Ihre Gedichte spannen einen weiten Bogen über das Thema von Sebastian Brants Text im „Narrenschiff“ über unfolgsame Kranke bis zu Clemens J. Setz' Abgesang auf seinen verschwundenen Tinnitus.

Die Gedichte spiegeln alles wider, was zur jeweiligen Zeit stattgefunden hat –...

Kostprobe: Hellsehen und Dunkelraunen „Das elfte Gesicht“

Kostprobe: Hellsehen und Dunkelraunen „Das elfte Gesicht“

32m 24s

Josefas Leben als Assistentin in einem grauen Vertriebsbüro kann ziemlich trist sein. Dank ihrer Freundin Kristina findet sie Ablenkung, denn beide teilen die Faszination zu funkelnden Kristallen und Orakeln; so versuchen sie auch die Absichten des geheimnisvollen Albert zu ergründen, den Josefa nicht vergessen kann.

Josefas Begeisterung geht so weit, dass sie sich schließlich in einer Gruppe spiritueller Menschen wiederfindet, die jedoch plötzlich immer weiter abdriften: Was als Ablehnung von Masken und Impfungen während der Corona-Krise beginnt, steigert sich schließlich sogar bis zur Verteidigung von Verschwörungstheorien. Das geht zu weit! Doch wie kommt man aus dieser Szene wieder raus?

Eine...

Folge 62: „Klar wie Asche“ oder „Übersetzen ist das falsche Wort für eine Sache, die es nicht gibt!“

Folge 62: „Klar wie Asche“ oder „Übersetzen ist das falsche Wort für eine Sache, die es nicht gibt!“

55m 15s

Vor mehr als dreißig Jahren hat das Künstlerhaus des Landes Rheinland-Pfalz in Edenkoben das Format „Poesie der Nachbarn – Dichter übersetzen Dichter“ entwickelt, das mittlerweile Nachahmer in der ganzen Welt gefunden hat.

Das Konzept: Deutschsprachige Lyriker und Lyrikerinnen treffen sich einmal im Jahr mit Dichterinnen und Dichtern aus einem europäischen Nachbarland in einem mehrtägigen Workshop, um deren Texte zu übersetzen. Unmittelbar danach folgen gemeinsame Lesetermine auf Veranstaltungen in der Region und ein Jahr später erscheint eine Anthologie der Originaltexte und ihrer Übersetzungen.

Zum ersten Mal waren im vorigen Jahr Lyriker und Lyrikerinnen aus Tschechien zu Gast. Einige von ihnen und...

Kostprobe: Vom Schreiben, Zuschreiben und Überschreiben

Kostprobe: Vom Schreiben, Zuschreiben und Überschreiben

25m 56s

In Ursula Krechels neuem Roman geht es um Mütter und Söhne, um Gewalt, Macht und Ohnmacht, um Politik und weibliche Autorschaft. Das Erzählen selbst wird zum Thema und zielt als Möglichkeitsraum mitten hinein in unsere Gegenwart.

Im Zentrum des Geschehens stehen drei Frauenfiguren: die Verkäuferin Eva Patarak, die Lateinlehrerin Silke Aschauer und die Justizministerin. Die Schicksale dieser drei Frauen sind auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden. Eva Patarak fühlt sich von Silke Aschauer verfolgt und befürchtet, diese wolle ein Buch über sie schreiben. Zudem wird die Geschichte Agrippinas erzählt, die ihr Sohn Nero hat töten lassen. Dabei spielt vor allem die...