Extra: Die Vielfalt des Einfältigsten

Shownotes

In den schrecklichen, unsagbar grausamen, wirren, willkürlichen Kriegen, Kämpfen, Belagerungen, Plünderungen, Folterungen, Mißhandlungen und Morden des 30 Jahre andauernden, immer wieder neu aufflammenden Irrsinns in der Mitte Europas..hier fand Grimmelshausen Stoff und Material für sein berühmtestes Buch und seine Fortsetzungen:

Den Simplizissimus
Oder um korrekt zu zitieren:
„Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“

Erschienen ist das Buch 1668/69. Es ist das Hauptwerk von Grimmelshausen, weitere Bücher folgten, ähnlich in Thematik und Stil diesem ersten Werk.
„Zwischen Grimmelshausen und seiner Hauptfigur gibt es nachweisbar einige Parallelen, aber keine völlige Übereinstimmung. Selbst eindringliche Kampfszenen lassen sich oft als Lesefrüchte des Autors auf ihre literarischen Quellen zurückführen. Gelehrte Exkurse und derbkomische Szenen, Belehrung und Unterhaltung wechseln einander ab, im jeweils dazu passenden Sprachgestus. Häufig werden bittere Wahrheiten in kurzweilig satirischer Form präsentiert.“

Doch seine Sprache aus dem 17. Jahrhundert ist für heutige Leser nur schwer konsumierbar und stand lange einer breiten Rezension entgegen. Doch dann gab es eine wunderbare Lösung: Nämlich eine Übersetzung: Vom barocken ins gegenwärtige Deutsch von Reinhard Kaiser. 2009 als Extradruck im Verlag „Die Andere Bibliothek“ erschienen.

Von der Kritik hochgelobt und als beste Übersetzung des Jahres 2009 ausgezeichnet.

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00:00:00: Sie hören Podcast Literatur.de von Theo Schneider und davon zur Schule Kasserslautern, der einfältigste mit der großen Vielfalt hier an extra zum dreihundertfünfzigsten Todestag des deutschen Barockautors Hans Jakob Krimmelshausen dem Schöpfer des Simplicismus und vieler weiterer Romane.

00:00:28: Gestorben ist er am siebzehnten August, sechzehnhundertsechsundsiebzig in Rännchen bei Straßburg.

00:00:36: Unwiss ist dagegen sein genaues.

00:00:39: Geburtsleitung um sechziehnhundzwanzig in Gelenhausen bei Frankfurt Die verarmte Aldensfamilie stammt er aus dem Thüringen Grönnelshausen daher also der Name.

00:00:53: Er wuchs in Gelenhausen bei seinem Großvater auf und besuchte dort die Lateinschule.

00:01:00: Darüber hinaus aber scheint er keine Formelerausbildung genossen zu haben, was umso erstaunlicher ist, denn es bedeutet dass er sein umfangreiches vielfältiges Wissen im Laufe seines Lebens durch eigene Initiative und Lektüre erworben haben

00:01:19: muss.".

00:01:20: obwohl er keine eigene Bibliothek besaß.

00:01:24: Die Bücher fand er in den Häusern seiner Herren, bei denen er angestellt war.

00:01:29: Er war Guts- und Schlossverwalter, Burgfugd, Gastwirt – und zuletzt Schultheis in Rändchen.

00:01:38: Vor allem aber war er Militärangehöriger von frühster Jugend an mit Unterbrechungen zwar Aber immer wieder um den wechselnden Dienst Trossjungen, Soldat, Schreiber, Sekretär unter verschiedenen Herren und in verschiedenen Heren des dreißigjährigen Krieges.

00:02:00: Gemeinsam war ihnen nur die Parteiname für die katholische Seite.

00:02:08: Schrecklichen, unsagbar grausamen Wirren, willkürlichen Kriegen Kämpfen Belagerungen Blünderungen Folterungen Mishandlungen und Marken Des dreißig Jahre andauenden Immer wieder neu auflammenden Irrsins in der Mitte Europas.

00:02:26: Hier fanden die Kremlsausen Stoffhund Material Für sein berühmtes Disbuch Und seine Fahrtsetzungen den Simplicissimus oder um korrekt zu zitieren, der abenteuerliche Simplicisimus Deutsch.

00:02:43: Erschienen ist das Buch.

00:02:48: Es ist des Hauptwerk von Grimmelshausen, dass noch zu seinen Lebzeiten Änderungen und eine Fortsetzung erfahren hat und auch weitere Bücher folgten in Thematik und Stil diesem ersten Werk.

00:03:03: Mehr Details können Sie zum Beispiel bei Wikipedia nachlesen, wo mir der Artikel so gut gefallen hat es ich mir erlaube hier daraus zu zitieren.

00:03:14: Zitat also Grimmelshausens Hauptwerk ist ein barocker Roman von vitaler Vielsaatigkeit.

00:03:25: Der Autor zeichnet hier ein detailreiches Bild des dreißigjährigen Krieges sowie der verwilderten deutschen Gesellschaft nach dem Krieg.

00:03:37: Früher Vertreter von die Franturgritik und Wissenschaft sahen die Bedeutung des Werkes entweder in der Schilderung persönlicher Erlebnisse oder in der Fülle echter Stimmung, derartige Bewertungen ließen außer Acht das Kremlshausenspielerisch Versatzstück aus der klassischen Literatur der Antike sowie aus der Gattung des spanischen und französischen Scheldenromats genutzt hat.

00:04:08: Außerdem hat er überaus belesener Autor eine erstaunlich große Anzahl weiterer Vorladen, aus unterschiedlichen Wissensgebieten seiner Epoche in seinem vielschichtigen Roman verarbeitet.

00:04:23: Auffällig ist der Gegensatz zwischen der Friedensehnsucht des Helden Sie bildet ein Leitmotiv des ganzen Romans und dem blutigen Soldatenleben- und wilden Abenteueratum in das Simplex entweder durch äußeres Verhängnis oder durch eigenes Zutungerät.

00:04:46: Zwischen Krimmelshausen und seiner Hauptfigur gibt es nachweisbar einige biografische Parallellen, aber keine völlige Übereinstimmung – selbst eindringliche Kampf Sehnen lassen sich oft als Lesefrüchte des Autos auf ihre literarischen Quellen zurückführen.

00:05:07: Gelehrte Exkurs und derbkomische Szenen, Belierungen und Unterhaltung wechseln einander ab im jeweils dazupassenden Sprachgestuss.

00:05:19: Häufig werden bitter Wahrheiten in kurzweiliger satirischer Form

00:05:24: präsentiert.".

00:05:28: Ich verstehe sehr gut, wenn Sie bisher von der Barocken nur schwer zu lesenden Sprache des Originals abgeschreckt wurden, denn sie im Präzis muss zulesen.

00:05:38: Ich habe es auch nicht weiter als dreißig oder vierzig Seiten gebracht.

00:05:43: Aber es gibt eine wunderbare Lösung!

00:05:47: Nämlich die Übersetzung – ja, Sie haben richtig gehört – nämlich vom Barockens ins gegenwärtige Deutsch von Reinhard Kaiser Als extra Druck im Verlag, die andere Bibliothek erschienen.

00:06:04: So enthousiastisch von der Kritik gelobte sich auch dies – zitieren muss.

00:06:12: Reinheit Kaiser hat sich die Mühe gemacht den verknorzen Simplicismus Satz für Satz in ein so verständliches wie elegantes dazu unbedingt zeitgenössisches Deutsch zu übertragen.

00:06:27: Eine Übersetzung aus dem Deutschen ins Deutsche, wie man sie auch mancher anderen schrifft, des siebzehn-und achtzenden Jahrhunderts wünschen möchte.

00:06:38: Das Ergebnis ist die unverhoffte Wiederkehr eines ziemlich verschollenen Meisterwerks – ein kleines Wunder des Literaturbetriebs!

00:06:49: Der Spiegel um vierten achtend zwei tausend neun und weite Thomas Schmied in der Welt zitat Jetzt kann man Grimmelshausen wieder verstehen von überzeugender Schönheit und Wucht.

00:07:04: Und Ratio Bremen meint, Zitat noch heute hätte der große Roman von Reinhard Kaiser erzählerisch neu beatmet und in einer zweibändigen Prachtausgabe credenz das Zeug dazu ein Volksbuch der Deutschen des XXI.

00:07:24: Jahrhunderts zu werden.

00:07:27: Zitat Ende, also kaufen und lesen umso mehr als diese zweibändige über siebenhundertfünfzig Seiten starke Prachtausgabe nur zweiunddreißig Euro kostet.

00:07:42: Um das große Lob zu beweisen lese ich Ihnen die Kapitel drei bis sechs des Simplicismus.

00:07:51: in der Übersetzung von Reinhard Kaiser berichtet vom Mitleid einer getreuen Sackpfeife.

00:08:08: Von nun an veranstaltete ich auf meiner Sackpfife ein solches Gezwitscher, das man die Kröten im Krautgarten damit hätte vergiften können und fühlte mich vor dem Wolf der mir nicht mehr aus dem Sinn ging halbwegs sicher.

00:08:30: Und weil ich mich meiner Mäute erinnerte, so heißen die Mütter im Spessart und im Vogelsberg.

00:08:38: Und als sie oft gesagt hatte, Sie fürchte eines Tages würden noch die Hühner von meinem Gesang tot umfallen, begann ich auch zu singen damit das Mittel gegen den Wolf desto starker wirke und zwar ein Lied dass sich von meiner Mäuter selbst gelernt hat Sehr verachter Bauernstand, bist doch der Beste in dem Land.

00:09:07: Kein Mann dich knugsam preisen kann, wenn er dich nur recht sieht.

00:09:13: an!

00:09:15: Wie stünd es jetzt und um die Welt?

00:09:18: Hät Adam nicht gebaut das Feld.

00:09:21: Mit Hacken nähert sich's Anfangs der von dem die Fürsten kommen her.

00:09:29: Es ist fast alles unter dir.

00:09:32: Ja, was die Erdner bringt dafür.

00:09:36: Wovon ernährt wird das Land?

00:09:39: Geh dir anfällig durch die Hand!

00:09:43: Der Kaiser den uns Gott gegeben und zu beschützen muss doch leben von Deiner Hand auch der Soldat, der Dir doch zufügt manchen Schad.

00:09:57: Fleisch zu der Speis zieht auf.

00:10:01: allein Von dir wird auch gebaut.

00:10:03: der Wein, Der Flug der Erden tut so Not Dass sie uns gibt Genügsam Brot.

00:10:11: Die Erde wir ganz wild durchaus Wenn du auf ihr nicht hieltest.

00:10:17: Haus.

00:10:18: Ganz traurig auf der Welt des Stünds Wenn man kein Bauersmann mehr findet.

00:10:25: Drum bist du billig.

00:10:27: hoch zu Ehren Weil du uns alt tust.

00:10:31: an Ehren Die Natur liebt dich selber auch, Gott segnet deinen Bauernbrauch.

00:10:40: Ja der Soldatenböser braucht ihn gleichwohl dir zum Besten auch!

00:10:47: Das Hochmut dich nicht nehmen ein?

00:10:51: Sagt er.

00:10:53: Dann hab und gut ist mein Bis hierhin und nicht weiter kam ich mit meinem Gesamt.

00:11:03: Da wurde ich und meine Schafe plötzlich von einem Trupp Kyrasire umbringelt, die sich im großen Wald erst verirrt und nachher durch meine Musik und meine Hirtenrufe wieder zurechtgefunden hatten.

00:11:21: Oh oh, dachte ich.

00:11:23: was für seltsame Kreuze!

00:11:26: Das sind die vierbeinigen Schurken und Diebe, von denen dir dein Knarn erzählt

00:11:32: hat.".

00:11:33: Beiseite gesprochen, klar das ist der Großvater.

00:11:37: Denn anfangs sah ich Ross und Mann sowie einst auch die Einwohner Amerikas die spanische Cavallerie gesehen hatten für eine einzige Kreatur – und meinte es müssten Wölfe sein!

00:11:54: Daher wollte ich diese schrecklichen Zentoren in die Flutschlagen und

00:11:59: vertreiben.".

00:12:01: Ich hatte aber zu diesem Zweck meiner Sackpfeife noch kaum aufgeblasen, als mich einer von ihnen beim Kragen packte und so ungestümm auf eines der Bauernpferde schleuderte, dass sie erbeutet hatten.

00:12:18: Das ist auf der anderen Seite wieder herunter und auf meine liebe Sackpfife

00:12:23: fiel.".

00:12:24: die so erbärmlich zu schreien anfing, als wollte sie alle Weltsurbaren Herzlichkeit bewegen.

00:12:32: Aber es half nichts!

00:12:35: Obwohl's ihre letzte Luft hergab, meinen Unfall zu beklagen, musste ich doch wieder aufs Pferd.

00:12:43: Egal was meine Sackpfeife dazu sang oder sagt – am meisten vertross mich jedoch das.

00:12:50: die Reiter behaupteten Ich hätte der Sackpfeife im Fallen wehgetan und deshalb habe sie so ketserlich geschrien.

00:13:02: So ging meine Meere mit mir dahin in einem stetigen Draht, als wäre es in die Ursache aller Bewegung im Universum bis in den Hof meines Knars.

00:13:15: Wundersame Vorstellungen!

00:13:17: stieg mir damals ins Hirn, denn ich bildete mir ein.

00:13:21: Weil ich auf einem Tier säse, wie ich noch nie eines gesehen hatte, würde ich auch in einen solchen eisernen Kerl verwandelt.

00:13:33: Da aber diese Verwandlung nicht stattfand kamen mehr andere Grillen in den Kopf!

00:13:40: Ich dachte, die fremden Dinger wären nur dazu da mir beim Heimtreiben der Schafe zu helfen, zumal keines von ihnen einen Schaf auffraßt, sondern alle einhellig und geradewegs dem Hof meines Knans zu halten.

00:14:00: Deshalb sah ich mich fleißig nach meinem Knan um, ob er in meine Mäuter uns nicht bald entgegen kämen und willkommen hießen – aber vergebnis!

00:14:13: Ehren, meine Mutter samt unserem Ursle welches meines Knarns einzige Tochter war hatten die Ankunft dieser Gäste nicht abwarten mögen und sich durch die Hintertür davon gemacht.

00:14:30: Das vierte Kapitel des Simplicius Residenz wird er obert geplündet und zerstört und die Kriegerhausen jämmerlich darin.

00:14:45: Obwohl ich wenig Lust habe, den friedliebenden Leser mit diesen Reitern in meines Knarns Haus und Hof zu führen – denn es wird ziemlich schlimm dabei zugehen – erfordert doch der Verlauf meiner Geschichte dass sich der lieben Nachbild hinterlassen was für Grausamkeiten in diesem unserem deutschen Krieg zu manchen Zeiten verübt worden sind.

00:15:15: Und vor allem will ich an meinem eigenen Beispiel bezeugen, dass alle diese Übel zu unserem Nutzen und oft notwendig von der Güte des Allerhöchsten verhängt werden mussten.

00:15:31: Denn lieber Leser!

00:15:33: Wer hätte mir gesagt?

00:15:36: dass an Gott im Himmel sei, wenn ich die Kriege das Haus meines Knaans zerstört und mich durch diese Gefangennahme unter die Leute gezwungen hätten.

00:15:48: Von denen ich dann vieles erfahren habe.

00:15:52: Vorher wusste ich nichts anderes und konnte mir auch nichts anderes vorstellen als dass mein Knar, meine Mäuter, Ich und es übrige Hausgesinnte allein auf Erden sein!

00:16:05: weil die sonst keine Menschen kannte und auch keine andere menschliche Wohnung außer derjenigen, bei der ich täglich aus und ein ging.

00:16:17: Bald hernach jedoch erfuhre ich wie die Menschen in diese Welt gelangen – und dass sie sie auch wieder verlassen müssen!

00:16:26: Ich war nur der Gestalt nach einem Mensch und nur dem Namen nach einem Christenkind – im Übrigen aber eine

00:16:34: Bestia!".

00:16:36: Der allerhöchste jedoch sah meine Unschuld mit beim herzigen Augen an und wollte mich zu beidem bringen, ihn und mich selbst zu erkennen.

00:16:48: Und obwohl er hierzu tausenderlei Wege hatte, wollte es sich offenbar nur jenes Weges bedienen auf dem ein Knar und meine Mäuter anderen Sempel gestraft wurden weil sie mich so Nachlössig aufgezogen hatten.

00:17:08: Als erstes stellten die Reite ihrer Pferde in den Stall, dann hatte jeder seine besondere Aufgabe zu verrichten und alles was sie taten, verhieß untergang und verderben.

00:17:24: Einige begannen zwar zu schlachten, zu sieden und zu praten so dass es außer als sollte ein lustiges Bankett veranstaltet werden.

00:17:37: Andere jedoch durchwielten das Haus von unten bis oben, selbst des heimliche Örtchen war nicht sicher, als wäre dort das goldene Fließ von Kolchis versteckt.

00:17:50: Anderer packen Stoffekleider und allerlei Hausrad in großen Ballen zusammen, als wollten sie damit auf einen

00:17:58: Trödelmarkt."

00:18:00: Was sie aber nicht mitnehmen mochten, wurde zerschlagen.

00:18:04: Einige durchstachen das Heu und das Stroh mit ihren Degen als ob sie nichts scharfe und Schweine genug zu stechen gehabt hätten.

00:18:13: Einigen schüttelten die Federn aus den Becken und füllten stattdessen Speckdörfleiche und irgendwelche Gerätschaften hinein also ob man nachher besser drauf hätte schlafen können.

00:18:27: andere zerschlugen Öfen und Fenster, als wollten sie einen ewigen Sommer ankündigen.

00:18:34: Kupfer und Zingeschirr schlugen Sie Blatt und patten die zerdeppeten Stücke zusammen, betten Tische Stühle und Bänke verbranken sie, obwohl viele klafte trockenen Holzes im Hof lagen.

00:18:48: Alle Töpfe und Schüsseln schlugen sie in zwei, sei es, dass sie lieber praten vom Spiesarsen sei es, dass sie nur eine einzige Mahlzeit bei uns abhalten wollten?

00:19:04: Es ist eine Schande davon zu berichten.

00:19:07: Aber unsere Macht wurde im Stall dermaßen traktiert, daß sie nachher nicht mehr herauskommen konnte.

00:19:16: Den Knecht legten Sie gefesselt auf die Erde, sparten ihm mit einem Holz des Maulauf und schütteten ihm einen Melk-Eimer voll Jauchewasser in den

00:19:28: Leib.".

00:19:29: Das natten sie einen schwedischen Trunk.

00:19:34: So zwangen Sie ihn, eine Abteilung von Ihren Leuten an einen Ort zu führen wo sie mehr Menschen und Vieh gefangen nahmen die sie in unseren Hof brachten unter ihnen auch mein Knar, meine Mäuter und unser Ursula.

00:19:54: Nun erst fing man an Die Feuersteine von den Pistolen ab und statt ihrer, die Daumen der Bauern hineinzuschrauben.

00:20:03: Und die armen Kerle so zu foltern als wollten sie Hexen verbrennen, wie sie denn auch einen von den gefangenen Bauern in den Backofen stecken und mit Feuer hinter ihm her waren, obwohl er noch gar nichts gestanden hatte.

00:20:20: Einem anderen banden Sie ein Seil um den Kopf Treten es mit einem Knebel so zusammen, dass ihm das Blut zu Mund und Nase und Ohren herausspritzte.

00:20:33: Jeder hatte seine eigenen Erfindungen um die Bauern zu peinigen Und so bekam jeder Bauer seiner eigene Warte.

00:20:44: Nur mein Knarn hatte wie mir damals schieb großes Glück weil er gestand, was andere unter Schmerzen und jämmerlichen Weglagen sagen mussten.

00:20:59: Diese Ehre wurde ihm ohne Zweifel deshalb zuteil, weil er der Hausvater war.

00:21:05: Sie setzten ihn zu einem Feuer?

00:21:08: Fesselnden in so, dass er wieder Hände noch Füße regen konnte und riebend seine Fußsohlen mit angefeuchtetem Salz ein!

00:21:18: dass unsere alte Geiss immer wieder ablegen und ihn dadurch so kitzeln musste, das er vor Lachen beinahe geplatzt wäre.

00:21:28: Es klang so fröhlich, daß ich um ihm Gesellschaft zu leisen oder weil ich es nicht besser verstand von Herzen mitlachen mußte.

00:21:39: Unter solchem Gelächter bestand er seine Schuld und öffnete den Verborgenen Schatz der an Goldperlen und Schmuckstücken viel reicher war, als man es bei einem Bauern erwartet hätte.

00:21:55: Von den gefangenen Frauen Mäkten und Töchtern weiß ich nichts genaues zu sagen weil mich die Krieger nicht zusehen ließen wie sie mit ihnen umgingen.

00:22:08: Ich weiss nur dass man sich aus den Winkeln des Hauses immer wieder erbärmlich schreien hörte und schätze, dass es auch meiner Mäuter und unserem Ursula nicht besser ergangen ist als den anderen.

00:22:23: Inmitten all dieses Elends drehte ich den Bratspieß und half nachmittags die Pferde zu tränken, wodurch ich zu unserer Maat in den Stall kam.

00:22:35: Sie sah so wunderlich zerzaust aus, da sich sie kaum wieder erkannte.

00:22:41: Sie aber sprach zu mir mit kränklicher Stimme, oh puh!

00:22:46: Lauf weg!

00:22:47: Sonst werden dich die Reiter mitnehmen, guck dass du fortkommst.

00:22:52: Du siehst ja wie schlimm mehr konnte sie nicht sagen.

00:23:01: Das fünfte Kapitel Wie Simplicius reiß ausnimmt und von faulen Bäumen erschreckt wird.

00:23:11: Da erkannte ich in was für einer unzähligen Lage Ich mich befand und fing an zu überlegen, wie ich ihr am besten entkommen konnte.

00:23:22: Aber wohin?

00:23:24: Mit meinem bisschen Verstand brauchte ich keinen Plan zustande.

00:23:29: Doch gegen Abend gelang mir immerhin die Flucht in den Wald.

00:23:34: Wohin nun aber weiter!

00:23:38: Die Wege unter Wald waren mir so wenig bekannt, wie die Straße durch das Eismeer hinter Novia Semlia nach.

00:23:47: Die Stockfinsterer Nacht hüllte mich zwar sicher ein, doch erschien sie meinem Finsternverstande nicht finster genug.

00:23:57: Deshalb verbarg ich mich in einem dichten Gebüsch, wo ich sowohl das Geschrei der gefolterten Bauern als auch den Gesang der Nachtigallen hören konnte.

00:24:09: Diese Vöglein wussten zwar nichts von den Bauern die man doch auch zuweilen

00:24:16: vögelt.".

00:24:18: Sie spürten kein Mitleid mit ihnen und hörten wegen deren Unglück nicht auf, sehr lieblich zu sehen.

00:24:28: Darum legte auch ich mich ohne Bedenken aufs Ohr und schlief ein.

00:24:35: Als dann der Morgensstern im Osten hervorflackerte, sah ich das Haus meines Knans in Flammen stehen – aber niemanden der löschen wollte!

00:24:47: Ich verließ mein Versteck in der Hoffnung, jemandem von den Leuten meines Knarns zu begegnen.

00:24:55: Oder gleich von fünf Reiten entdeckt und angeschrien, Junge, komm Herr Röwer oder Schall mit dem Tüvel holen!

00:25:04: Ich schick die Stadidämme zum Hals gut geit'.

00:25:09: Ich hingegen stand, stopp steif mit offener Maul da, weil ich nicht verstand was die Reiter wollten oder meint.

00:25:18: Und während ich sie ansah, wie die Katze ein neues Scheunentor Sie aber wegen eines Morastes nicht zu mehr kommen konnten Was sie ohne Zweifel sehr ärgerte Schoss der eine seinen Karabiner auf mich ab.

00:25:36: Das plötzliche Feuer und der unerwartete Knall Den mir das Echo durch vielfältig Verdopplung noch grausamer machte erschreckt mich weil ich dergleichen noch nie gehört oder gesehen hatte, so sehr dass sich im selben Augenblick zu Boden fiel und vor Angst erstarrte.

00:25:58: Obwohl die Reite ihres Weges ritten und mich liegen ließen – zweifellos, weil sie mich vertothilten – hatte ich doch den ganzen Tag über nicht das Herz aufzustehen!

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