Kostprobe: Burn Baby Burn – Bachmann und die Brandstifter
Shownotes
Sie war die wichtigste, die beste, die bedeutendste, die aufsehenerregendste deutschsprachige Lyrikerin der 50er und 60er Jahre. Auch eine der besten Prosaautorinnen dieser Jahrzehnte.
Die sprachbewussteste, skrupulöseste, die radikalste ihrer Zeit. Und ihrer Zeit weit voraus: Die Österreicherin Ingeborg Bachmann. Zu ihrem 100. Geburtstag am 25. Juni 2026, geboren wurde sie 1926 in Klagenfurt, gestorben ist sie 1973 in Rom, hat die Drehbuch- Sachbuch- und Romanautorin Andrea Stoll aus Rüsselsheim eine neue Biografie vorgelegt.
Theo Schneider hat sie gelesen und findet sie gut. Manchmal aber auch nicht. Eine Kostprobe und eine Kritik.
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00:00:00: Sie hören Podcast Literatur.de von Theo Schneider und der Volksverschule Kasseslautern, hier mit einer Kostprobe.
00:00:09: Byrne Baby Byrn oder Bachmann und die Brandschlifter.
00:00:15: zum einhundertsten Geburtstag von Ingeburg-Bachmann am fünfundzwanzigsten Juni zwanzigzechsundzwanziger.
00:00:24: Die neue Biografie von Andrea Stoll im Pieperverlag.
00:00:31: Sie war die wichtigste, die beste, die bedeutendste, Die aufziehenerregendste Lyrikerin der fünftiger und sechziger Jahre.
00:00:42: Auch einer der besten Prosautorinnen dieser Jahrzehnte – die sprachbewussteste, skrupulöseste, die radikalste, ihrer Zeit manchmal zehn, manchmal fünfzig Jahre voraus.
00:01:00: Bachmann.
00:01:03: Zu ihrem hundertsten Geburtstag am fünfundzwanzigsten Juni, geboren wurde sie in ninehundzehnundzechsund zwanzig im Klagenvold.
00:01:12: gestorben ist sie, neunzehnhundertseinhundertsebzig.
00:01:15: in Rom hat die Autorin von Drehbüchern Romanen und Sachbüchen Dr.
00:01:21: Andrea Stoll aus Rüsselsheim eine neue Biografie vorgelegt.
00:01:27: Theo Schneider hier am Mikrofon hat sie gelesen und findet Sie gut, manchmal aber auch weniger gut eine Kostprobe- und Kritik.
00:01:41: Letztendlich ist sie einem damals gesellschaftlich weit hin akzeptierten doppelten Verschweigen zum Opfer gefallen – zugrunde gerichtet vom gesellschaftlichen Verschveigen der Verbrechen der Männerbrüderhauten des Nationalsozialismus und dem individuellen Privaten verschweigen ihrer Tabletten Nikotin- und Alkoholsucht durch ihre verwandten und falschen Freunde, die diese Informationen den Ärzten verschwiegen hatten, die sie nach dem Brandunfall zu retten versuchten.
00:02:21: Das erwähnt die Biografiens zwar aber viel zu kurz gegenüber den medizinischen Fakten und Bachmanns Familie, der sie sich offenbar zu sehr zur Dank verpflichtet gefühlt hat um sie anzuglagen.
00:02:40: Denn möglicherweise hätte Ingeborg Bachmann durch die rechtseitige Übermittlung dieser Informationen gerettet werden können.
00:02:50: Es ging mir mit einer neuen Biografie von Andrea Stoll so ähnlich wie Ingeburg Bachmann mit Ihrem Lebensleben.
00:03:00: Himmel stürmen Begeisterung am Anfang, große Gefühle Pläne und Entwürfe.
00:03:08: Dann in den Mühen der Ebenen wachsende Müserl- und Missverständnisse heiloses Durcheinander Frust und Enttäuschungen.
00:03:20: Nun ja nicht ganz so klimm, nicht ganz zu chaotisch am Ende doch wieder halbwegs versöhnt so wie die Bachmann und Hans-Werner Hänse schließlich doch noch eine brauchbare Freundschaft und gute Arbeitsergebnisse zustande brachten.
00:03:37: Es bleibt ein buntschäkiger Eindruck, viel Gutes erhellende Erkenntnisse aber dann doch nichts wirklich Neues.
00:03:46: Blödsinnige Verirrungen im Gedankenmatch von modischen Genderpseudoerkennissen.
00:03:54: einerseits solide fleißige Arbeit, dann wieder viel zu viel überflüssige Wiederholungen und zu kurzgreifende Erkenntnisse.
00:04:04: Die Biografien folgen den Lebensstationen von Ingeborg Bachmann – streng chronologisch!
00:04:11: Was bei der Biografie ja nicht verkehrt sein muss wenn es denn nicht zu den vielen Überflüssigen Wiederholung führen würde.
00:04:21: Und?
00:04:22: Das ist die Hauptsache, sie folgt Bachmann's Liebesleben und Liebesleid.
00:04:29: Sie greift sich jede ihrer Beziehungskisten, tut so als würde sie sie von allen Seiten beäugen, hebt sie hoch- und schüttelt sie kräftig durch.
00:04:39: Durchforscht sie mit dem Eifer eines wollüstigen Beichtvaters auf ihre Auswirkungen hin – auf das Dichterische Werk!
00:04:47: kann wie ein lüsterner Beichfahrer einerseits kaum genug kriegen von sexuellen Andeutungen, verschweigt aber dann doch – wie ein verklempigter Priester die expliziten Details, wo man sich die klaren Befunde eines kompetenten Psychoanalytikers gewünscht hätte.
00:05:08: Und schiebt in ihrem Resimet mit gendermodernistischem Geifer alle Schuld auf die bösen-bösen Männer!
00:05:18: So einfach ist es manchmal.
00:05:21: Der erste von Ingeborgs bösen Männer lieben war ihr Vater Matthias Bachmann, ein gut aussehender Volksschulierer aus armen Verhältnissen der es bis zum Direktor brachte.
00:05:35: und Ingeborg war eine Ödipussie bei Rexellons.
00:05:41: Zitat Ingeburg über seine gelächeligste Schülerin erinnerte ihre Schwester.
00:05:48: Zwischen dem Vater und seiner ältesten Tochter entstand schon früh ein inniges Band.
00:05:55: Die hellwache Intelligenz des heranwachsenden Mädchens ihre außerordentliche Sprachbegabung machten ihn stolz, in Ingeburg suchte und fand Matthias Bachmann den perfekten Spiegel seines eigenen Aufstiegswilderns.
00:06:13: Er dankte es hier mit einer Liebe-und Aufmerksamkeit die er so den anderen Familienmitgliedern nicht immer zukommen ließ.
00:06:23: Da wuchs sein Kind daran, dass sich von seinem Vater ihn ganz besondererweise geliebt und gefördert sah.
00:06:32: Er wurde für sie zu dem Menschen ihrer Kindheit – auch sie hat sich mitunter für seinen wichtigsten Menschen
00:06:40: gehalten.".
00:06:43: Aber der Vater war früh und intensiv in den österreichischen Nationalsozialismus verstrickt, was Ingeborg Bachmann später rauswand.
00:06:54: Andrea Stoll folgert, Zitat Seite dreißig dieser Konflikt wird Bachman selbst Wahrnehmung als Frau aber auch ihre Beziehungen zu den Männern ihres Lebens weitreichend beeinflussen ihrer innere Zerrissenheit zwischen ihrem Wunsch dem Vater auf jede erdenkliche Weise nahezu sein und ihn gleichzeitig für seine Parteizugehörigkeit uns einen Anteil an Tod-und Verdärken zu verabscheuen, schreibt ihrem Werk Spuren ein.
00:07:29: Die dieses Tächterdrammer zu einem der großen Dragötchen der modernen Literaturgeschichte werden lassen.
00:07:38: Eigentlich müsste es ja heißen so einer der Großen Dragötchina.
00:07:41: gut – das ist ein Fehler im Buch nicht gemeiner!
00:07:44: Ohne Zweifel hat Bachmann als Kind ihren Vater vergöttert.
00:07:49: Umso heftiger wird er absturzt, also klar wurde das dieser angehimmelte Vater mit den großen Zerstörern der zivilen Ordnung ihres Heimatlandes gemeinsames Sache
00:08:01: machte.".
00:08:03: Der Konflikt in den sie dahineingeriet ist von vielen Schriftstellern ihrer Generation beschrieben worden Aber es waren fast immer Vater-Sohnkonflikte, die den literarischen Niederschlag fanden.
00:08:17: Ingeburg Bachmann aber war der erste Deutschsprachgeschriftstellerin von Rang, die diesen Schmerz zu einem großen Thema ihrer Literatur machte.
00:08:41: einer Familie anzugehören, wenn ich ihrem Mörder verraten würde?
00:08:46: Ihre Diebe anzeigen würde?
00:08:49: Es ist wohl möglich die fremden Familien ihrer Verbrechen und Defekte zu zeilen.
00:08:56: Aber die Eigner mit ihren schwerenden Eiterbäulen nie!
00:09:01: Die werde ich nie verratet.
00:09:04: Und doch ist mir mehr erlaubt an unserer Familie zu sehen, also in jeder anderen.
00:09:12: Ein großes Auge ist mir für unsere Familie gewachsen, ein großes Ohr geworden für ihre Sprachen, ein grosses Schweigen mehr geworden über so viel das als großer Nähe zu verschweigen
00:09:33: ist.".
00:09:36: Unbedingtes Liebesobjekt und ein unbedingt hassenswertes Mitglied einer Mörderbande, eine katastrophale Dappelbeind-ähnliche Konstellation als Urerlebnis.
00:09:50: Das ist jedenfalls die Hypothese der Biografin.
00:09:53: aber ob das wirklich so zwangsläufig ist wie Andrea Stoll insinuiert?
00:10:01: Ob die späteren Liebesbeziehungen von Ingeborg Bachmann So zwangsläufig davon bestimmt waren, naja ich hab da meine Zweifel.
00:10:12: Doch sicher war das eine lebenslange Last wie man an vielen anderen Arturen gesehen hat die über ihre Naziväter geschrieben haben unter anderem auch der Pfälzer Siegfried Gauch über seinen Rasseforscher Vater im Vorzimmer Himmlers.
00:10:31: Man kann sich aber von dieser Last auch ein gutes Stück weit befreien, gerade schreibend.
00:10:40: Ingeborg Bachmann aber hat nie direkt und autobiografisch über ihr Vater-Liebe-Nazi-Grama geschrieben, sondern die schmerzvollen und prägenden Elemente dieser Beziehung immer verfremdet und als Brennmaterial für Feueröfen ihrer fiktionalen Produktion benutzt – immer in allen oder zumindest fast allen, ihrer Liebesbeziehungen.
00:11:06: Immer waren sie Brandbeschleuniger für ihr Schreiben, Holzscheide des realen Lebens liebens und leidens aus deren Asche der Phönix ihrer Lürig- und Prusa steigen
00:11:19: sollte.".
00:11:21: Nach dem Überfahrt der Familie kam das Leim des Wienerschmäß der alten Männer die den Ton in der österreichischen Literatur Szene der Nachkriegszeitangaben, zweifellos unsympathisch.
00:11:37: Aber ebenso unsympathisch sind das Raunen und die offenen Vorwürfe der Biografin des Bachmann von diesen feinen Herrn missbraucht worden sei.
00:11:51: Missbrauch ist da ein gefährlich doppeldeutiges Wort!
00:11:55: Missbrauchs im Sinne von Beeinflussung.
00:11:58: Lügen verhehlen von Wahrheiten von Fremdbestimmung übertölteln, das sicher ja.
00:12:07: Dem waren in diesen Ängorennen des Nazischutes aber auch junge Männer ausgesetzt.
00:12:14: Aber Missbrauch kann auch sexuelle Nötigung und Vergewaltigung bedeuten – also Verbrechen!
00:12:21: Und verbrechen muss man wenn eine Biografin und Journalistin sie öffentlich äußert auch beweisen.
00:12:29: Was Andrea Stoll keineswegs tut.
00:12:32: Es ist ein bloßes Behaupten, ein insinuieren, ein Geräte und Graune – also schiere Ideologie, schlimmstenfalls Unterstellung und
00:12:44: Lüge.".
00:12:45: Ja ja!
00:12:46: Die Bachmann war in dieser Zeit mit einem deutlich älteren Einflussreichen Mann liiert aber freiwillig und absichtlich obwohl sie wusste, dass er früher ein Nazi war.
00:13:01: Zwei Menschen sind in mir.
00:13:04: Der Satz, den Ingeborg Bachmann über sich sagte und der der neuen Biografie den Titel gegeben hat, stimmt zweifellos – sie war sicher beides hochsensibel empfindsam und verletzlich.
00:13:18: Beobachterin und Poetin aber eben auch Beobichterin und Profiteuren des Schwächen der Platz hier im Literaturbetrieb und hat kaltschneut sich kalkulierend und raffiniert ihre Berechnungen angestellt, und Konstellationen für sich ausgenutzt.
00:13:39: Ein Beispiel gefällig?
00:13:41: Seite onehundertdreißig folgende.
00:13:45: Zitat bei einem Besuch des Gruppe siebenundvierzig Organisators Hans-Werner Richter im Script Department von Rotweißrot dass die Amis eingerichtet hatten und wo Ingeborg Bachmann als Sekretärin gearbeitet hat.
00:14:04: Also im Skriptepartement von Rotweißrot, wo dieser Methans Weidel zu einem Interview verabredet war bestellte sie Richter eine Stunde zu früh und lockte ihn in ein leeres Büro, wo er nicht umhinkam.
00:14:21: einen Blick auf die vorim liegenden Gedichtblätter zu werfen.
00:14:27: Ihre eigenen Richter erinnerte sich, wer in Nebenzimmer ihre Schreibmaschine klappern hörte und wunderte sich über die lange Wartezeit.
00:14:38: Als sie nach einer halben Stunde zu ihm rüberkam hatte sie ihr Ziel erreicht.
00:14:44: Wer äußerte Begeisterung und wollte von ihr wissen, wer denn diese Gedichte geschrieben habe – sie gestand es ihnen!
00:14:54: Mit diesem Manöver reichte Bachmann nicht nur, dass sie offiziell zur nächsten Tagung eingeladen wurde.
00:15:01: Es gelang ja auch bei einem abendlichen Treffen in der Wohnung ihrer Freundin Ilze Eichinger dem von ihr wie von ihren Gedichten gleichermaßen euphorisierten Richter eine Einladung an Ceylan zu entlocken.
00:15:18: Rückblickend räumte Richter ein?
00:15:22: Wir sind nicht mehr Nüchtern!
00:15:24: Als ich die Post gerade an Paul Zillern schreibe und weiter, mit der Einladung zum Zehntentreffen der Gruppe, siebenundvierzig im Mai nineteenhundertweinfünfzig in Niendorf an der Ostsee öffnete sich für Bachmann das Tour zur literarischen Welt.
00:15:44: Mit einem genauen Gespür für die Erwartungshaltung der vorwiegend aus Männern bestehenden Gruppe spielte sie das Spiel der schichternen Anfängerin mit, die von den Rittern dieser literarischen Tafelrunde ans Licht der Öffentlichkeit gehoben werden konnte.
00:16:03: Der nun ebenfalls eingeladener Zählern hatte von den Aufregungen im Hintergrund nicht des Geringste mitbekommen.
00:16:12: In den Erinnerungen von Walter Jens, dem Autorenkollegen Kritiker und späteren Typinger Literaturprofessor gestaltete sich die Initiationszene mit den literarischen Neuankömmlingen zu.
00:16:42: Ingeborg Bachmann eine Debitantin, die aus Klagenfurt kam, lüsterte Stocken und Heißer einige Fersen.
00:16:52: Ilze Eichinger brachte wienerisch leise die Spiegelgeschichte zum Vortrag.
00:16:59: Die Debitanting schon diese Bezeichnung steht für sie!
00:17:05: war so aufgeregt, dass sie das Lesen der eigenen Gedichte die Luft abschnürte.
00:17:10: Sie schließlich verstummte und kaum in ihrem Zimmer angekommen auch noch in Ohnmacht fiel.
00:17:18: Der Lühriger Walter Hilzbecher sprang ein und brachte Bachmanns Gedichte – schließlich doch zum Vortrag!
00:17:26: Was die Arturngruppe hier hörte hinterließ nachhaltigen Eindruck... Beeindruckend wurde auch die sensibletichteren Selbstempfunden, die in den folgenden Tagen alle Anwesenden mit ihrer zielgerichteten Energie überraschte.
00:17:43: Mit der sie literarische und verlegerische Kontakte zu Knüpfen verstand.
00:17:49: Ganz offensichtlich war Bachmann hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
00:17:56: der Autor und langjährige Musik- und Literaturkritiker der süddeutschen Zeitung Joachim Kaiser erinnerte sich lebhaft an die Umstände ihres Auftredens.
00:18:09: Zitat, wenn sie die sahen wussten Sie das ist eine Dichterin dass sie natürlich wenn sie vorließ immer anfing zu hauchen und unterdrehen.
00:18:24: ein Vorlass, um dir eigentlich jedes Mal die Manuskrittblätter hinfiehlen.
00:18:29: Und jedes mal stürzen die Männer, um diesem armen Scheun-Ree zu helfen.
00:18:36: Während die Frauen auch meine sagten, mein Gott hat die das nötig immer diesen Zirkus zu machen und so?
00:18:46: Da war schon ihre Beziehung zu Paul Zehlern, ihre vielleicht größten Liebe in chaotischen Brüchen, Missverständnissen, hilflosen Schuldzuweisungen und ratlosem Leid verendet.
00:19:01: Der deutschsprachige Jude aus Galizien mit knapper Not der Shoah ein Kommenen, der seine Eltern ermordet wurden?
00:19:10: Der Auto der legendären Todesfuge war aufs Äußerste verstört schwer verletzt in einer posttraumatischen Belastungsstörung, die ihn zwanzig Jahre später in den Selbstmord treiben sollte.
00:19:26: Einerseits ist es sehr verständlich, dass sich die Tätertochter Ingeborg Bachmann in des Opfer Zilan verlieben konnte – vielleicht sogar Muster zumal sie ja selbst unter der Nazi-Hinterlassenschaft im Köpfen und Gesellschaften der Österreichischen und bundesdeutschen Nachkriegsjahrzehnten liegt und durch diese Liebe also quasi die Seiten wechseln konnte.
00:19:52: Einerseits, andererseits betrachtet man die Liebesbeziehungen von Ingeborg Bachmann fällt immer wieder eklatant auf was ein Analyptiker als katastrophal falsche Wahl bezeichnen würde.
00:20:09: Mit dödlichem Instinkt, oder soll ich sagen mit fatales Sicherheit sucht sich ihr unbewusstes Immer die Männer aus, mit denen ein Beziehung zwangsläufig scheitern muss.
00:20:22: Zelan war einfach zu zerstört und mit einer hoch sensiblen schwierigen selbst Reparaturbedürftigen, sich in ihrer Widersprüche verhetternden Hochintelligenten-Literaturproduzentin leben zu
00:20:38: können.".
00:20:39: Und der Nächste, der Komponist Hans-Benner Hänze war, stoppt schwul und hatte sich mit Vorliebe junge Männer aber keine Bachmann ins Bett geholt.
00:20:52: Wen wundert es, dass auf diese Beziehung als platonische Liebe und geplante Ehe scheitern müssten?
00:21:01: Nebenbei!
00:21:03: Sie haben doch noch freundschaftlich und erfolgreich zusammengearbeitet – eher als Komponist sie als Libratistin, was ein großes Glück für Bachmann war.
00:21:13: Denn erst mit den Tantiemen für ihre Obertexte verdiente sie genug Geld um als Autorin gut leben zu können.
00:21:24: und dann der Supergao die drei vier fünf Jahre mit Max Frisch dem deutlich älteren.
00:21:32: das hat nicht nur ihre Brosa um Diener Marlina geprägt, sondern auch Frischs Romane.
00:21:41: Mein Name sei Kantenbein und Montau.
00:21:45: Lesen Sie das sind alles markstandete deutschen Literaturgeschichte Werke der Weltliteratur.
00:21:53: Aber gerade in der Beschreibung dieser Beziehungen verfällt Andrea Stoll einer unverständlichen Gendercheuklappen-Ungerechtigkeit die ganz sicher nicht einer sachlichen und gerekten Beurteilung von Ingeberg Bachmann und Frisch gerecht wird.
00:22:11: Klar, Max Frisch war kein Engel-und Unschuldslamm aber wahr ist doch – und von der Biografie noch gar nicht bestritten – dass Ingeber Bachmann in allen ihren lieben und ehähnlichen Zusammenleben auf offenen Beziehungen bestand.
00:22:29: Genauer?
00:22:30: Dass sie sich die Freiheit nahmen?
00:22:33: Und, diese auch energisch verteidigte und es auch tat, daneben Sex unter Fähren zu haben mit wem und wann immer sie wollte.
00:22:44: Und sie war selbst auch in Zeiten der engen Beziehung zu frisch mehr woanders zugange als am Ort der gemeinsamen Wohnung.
00:22:54: Frisch aber wollte sie exklusiv und hatte unter ihrem Verhalten gelitten wie ein Hund!
00:23:02: Er hat heftige Eifers aufs Zähnen gemacht.
00:23:05: Klar, unschön!
00:23:07: Aber deshalb ist er noch lange kein schlechter Mensch und widerlicher Matschuh.
00:23:12: Das sieht einerseits auch Andrea Stoll und schreibt über Frisch Seite twohundertvierundsebzig folgende Alles was ein Unzäglichen zwischen diesen beiden noch geschehen sollte kann nicht darüber weg täuschen das frischt Bachmann rückhaltlos gelebt hat.
00:23:34: Eine selbständige Frau hatte er gewollt, auf das Ausmaß ihres Freiheitsentwurfes aber war er nicht vorbereitet gewesen.
00:23:45: Seit ihren frühen Studenten-Tagen hatte sie für eine Frau ihrer Zeit seltener sexuelle Libertinage gelebt.
00:23:54: Dahinter verbatt sich eine Kompromisslosigkeit im Umgang mit ihren persönlichen Entscheidungen, die sie vehement gegen alle Einflussnahmen zu verteidigen wusste.
00:24:06: Ob es sich damit außerhalb gängiger Konventionen bewegte interessierte sie nicht.
00:24:13: Ein Jahr nach ihrem Tod aber beleuchtete der mit ihr befreundeter Schriftsteller Kollege Kuno Reber, Dieses Phänomen tiefe und schrieb in einem Porträt für die Süddeutsche
00:24:27: Zeitung.".
00:24:32: Nie hatte sie einen Begriff davon, was Zeit bedeutet.
00:24:36: Sie liebte im Augenblick faste Pläne und stürzte sie so gleich wieder um.
00:24:43: Das war nur der Ausdruck dafür, dass sie alle Festlegungen hasste jeden Augenblick frei über sich verfügen wollte Gegen alles, was sie unter Druck setzen in ein Schema hineinpressen, Sie lenkbar und berechenbar machen wollte, reagierte sie mit stillem aber unerbittlichem Widerstand.
00:25:05: Sie behielt sich vor immer wieder neu anzufangen – auf diesem Gefühl der Freiheit, dass immer alles offen sei nach allen Seiten.
00:25:16: darauf beruhte ihre
00:25:17: Produktivität.".
00:25:19: Daher aber kam Zweifel los, auch ihre Einsamkeit, ihre Unrast.
00:25:25: Sie suchte Schutz und Halt und verabscheute zugleich festgehalten zu
00:25:31: werden.".
00:25:33: Weiter seite twohundertfünfensebzig – Zitat Seiner also Frischtochter aus erster Ehe Ursula Priess die Bachmann als Teenager kennenlernte und sehr mochte.
00:25:47: Resimiert schonungslos dass ihr Vater an seiner rasenden Eifersucht skir crepiert ist.
00:25:55: Eine Eifer-Sucht ohne ein Gegenüber, eine Eifereucht auf Verdacht!
00:26:01: Für seine Familie wie für seinen Freundeskreis waren seine Eiferschutzanfälle Legionen.
00:26:07: Das Monster Max das da zum Vorschein kam muss strapatius gewesen sein.
00:26:14: Ein großer Zerstörer wohl auch der sich vor nichts und niemandem aufhalten ließ, wer in Kränkte wurde attackiert.
00:26:24: Rückblickend fragte sich die Tochter ob sich ihr Vater auch gewalttätig verhalten hat?
00:26:31: Einer physische Gewalt mochte sie sich nicht vorstellen relativierte aber Die Gewalt mit ihrer Vorgehen, die Macht der Ausübte sah er nicht als solcher.
00:26:45: soweit die Tochte.
00:26:47: droll schreibt weiter Das ganze Spektrum männlicher Aggression zeigte sich bei Frisch in vielerlei Gestalt.
00:27:04: Diese Information missbraucht Andrea Stoll um Frisch ohne jegliche Beweise und auch im Gegensatz zu den eben zitierten Äußerungen seiner Tochter alle Formen von Gewalt.
00:27:21: Das ganze Spektrum männlicher Aggression zeigte sich bei Frisch in vielelei Gestalt.
00:27:30: Wie weiter sich körperlich übergriffig verhalten hat, mag nicht mehr zu verifizieren sein.
00:27:38: Ich dachte immer das ganze Spekrum männliche Aggressionen zeigt sich zum Beispiel gerade im Zudan oder im Donbass?
00:27:50: Einerseits räumt Andrea Stoll ein, das nicht mehr zu verifizieren sein mag.
00:27:57: Ob sich frisch auch körperlich übergriffig verhalten hat um im Satz zuvor aber zu sagen dass das ganze Spektrum männlicher Aggression sich bei ihm in vielelei Gestalt gezeigt habe.
00:28:14: Das ist Schierer Männer has übelstil Gender, Ideologie.
00:28:19: Das hat nichts mehr mit seriösem Journalismus und der Arbeit einer Biografin zu
00:28:25: tun.".
00:28:26: Wie absurd das ist, mag folgende Stelle belegen die Stoll zustimmend zitiert.
00:28:45: Ein Kontinuum von dem gibt, was selbst die nettesten Männer denken, begehren sich, wünschen oder tun – Zitat im Zitat Ende – bis zu den Abscheuligkeiten, die Schisel-Pelico widerfahren sind und daraus ableitet das es eben nicht Teufel oder Monster sind sondern ziemlich normale Männer.
00:29:11: Ehemänner und Väter hat Bachmann Jahrzehnte früher zum Gegenstand ihrer Literatur gemacht.
00:29:20: Zitat Ende Das heißt doch im Klartext, egal was ein männlicher Mensch tut, denkt oder fühlt und sei ja auch noch so tatlos machtlos und unschuldig allein die biologische Banalität das er einen Schniebel hat macht ihn zwangsläufig zu einem potenziellen, frauenfeindlichen vergewaltiger Verbrecher und Norder.
00:29:51: Ach so?
00:29:52: Das ist also wie mit der Erbsünde in der katholischen Kirche!
00:29:57: Wir sind also von Geburt an schuldig wir Männer noch bevor wir etwas tun oder denken können.
00:30:06: Das ist Sexismus at the best, Faschismus statt Feminismus.
00:30:14: So haben die Nazis auch die Juden angesehen.
00:30:19: Wer solch einem Unfug zustimmt, stellt sich selbst ins Abseits.
00:30:26: Gerechtigkeitshalber muss man aber auch sagen dass die Biografin Ingeborg Bachmanns Verhalten beim Scheitern ihrer Beziehungen beschreibt und zur Klären versucht.
00:30:38: Denn es war ganz weg so das die Bachmann immer das arme unterdrückte weibliche Wesen dass in allen seinen Liebschaften ausgebeutet und misshandelt und unterdrückt wurde.
00:30:53: Andrea Stoll beschreibt ja selbst, wie sehr Ingeborg Bachmann in all ihren Beziehungen immer auf radikale sexuelle Freiheit bestanden hat – nicht nur theoretisch!
00:31:05: Sie hat gefögelt wen und wann sie wollte.
00:31:09: In späteren Jahren sozusagen alles was bei drei nicht auf den Bäumen war, wenn sie sich in Rom als Hure verkleidete um Männer vom Typ muskulöse Matrosenmachos einzufangen.
00:31:27: Ich bin weiter von entfernt Sie dafür zu verurteilen und ich ahne die abgrundtiefe Trauer- und Verzweiflung hinter diesem Verhalten.
00:31:37: Okay das ist Ihr Ding, wenn Sie es glücklich macht?
00:31:42: Nur hatte sie nicht glücklich gemacht.
00:31:46: Ganz einfach, weil es nicht geht!
00:31:49: Weil es nicht gut gehen kann!
00:31:52: Jede Beziehung in einer solchen Konstellation egal ob heterohomobi oder sonst wie divers ist zwangsläufig zum Scheitern verurteilt wenn ich beide Partner zumindest prinzipiell mit ihren Ansprüchen und Erwartungen übereinstimmen.
00:32:10: Es macht keinen Sinn, mit dem Vogelsgewig Milch holen zu gehen.
00:32:16: Und ich verstehe nicht, weshalb eine so intelligente Frau diese ziemlich banale Wahrheit nicht geschneitert.
00:32:25: So sorgfältig sie in ihrer Arbeit war so stümperhaft chaotisch was sie in ihren Geziehungen.
00:32:33: Sie war und das betont die Biografie oft und zurecht als Autorin, aber auch als Philosophin ihrer Zeit weit voraus.
00:32:44: Wirklich weit!
00:32:46: Das was wir erst später wahrgenommen und mit Nobelpreisen gewürdigt haben – etwa bei Jelinek oder Anne-Erno – das hat sie schon in den fünftigeren und sechziger Jahren gespürt und gesucht und wollte im literarischen Ausdruck verleihen, was ihr auch oft.
00:33:07: gelohnt ist.
00:33:09: Aber wenn ich Engelberg Bachmann und ihre Literatur richtig verstehe, dann hat sie tiefer und weiter gedacht und nach literarischem Ausdruck gesucht als ihre Biografien- und Gender-Trittfahrerinnen begreifen.
00:33:28: In ihrer Literatur sind die Geschlechterkämpfe nur der erlebte und entsetzen von Krieg, Faschismus unbarmherziger Macht und Tarot.
00:33:44: Rückenübungsplatz für die Beschreibung von vielentsetzlicheren dem unauslohtbaren Abgrund uns Russmenschseins vor der Wahrheit dass wir gattungsgeschichtlich immer beides sind sympathische friedliche ständig wild durcheinanderfickende Bonobos Schimpansen, die andere Affen oder auch mal kleine Kinder ermarten in Stücke reisen und aufrössen wenn es ihnen passt.
00:34:19: Was ist das?
00:34:21: Dass in uns Hurt stillt, lügt und betrügt?
00:34:25: fragt Büchner In Don't Do's Toad.
00:34:29: Ingeborg du hast es geahnt und bist daran krepiert!
00:34:34: Wir sind es die unerträgliche Wahrheit und zurückbündchen.
00:34:41: Und was ist jetzt mit dieser neuen Biografie von Andrea Stoll über Ingeborg Bachmann, sollen sie die lesen?
00:34:49: Aber ja du!
00:34:51: Erst wenn Sie zuvor alles von Ingebot Bachmann gelesen haben.
00:34:58: Das war Podcast Literatur.de von Theo Schneider unter Volkshochschule Kaiserslautern Hier mit einer Kostprobe und Kritik der neuen Biographie von Andrea Stoll.
00:35:12: Sie hat den Titel, zwei Menschen sind in mir und erschienen im Piper Verlag.
00:35:21: Vierhundertundachtzig Seiten gebunden, sechsundzwanzig Euro.
00:35:27: Haben sie herzlichen Dank für Ihr Interesse und wir Aufmerksames zuhören!
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