Folge 64: DJ der Dichtung
Shownotes
Hans Thill ist ein Dichter in der Nachfolge der Surrealisten, der „Oulipo“-Bewegung und der experimentellen Poesie. Deren Texte sind nicht nur Übungen im (manchmal durchaus auch formal strengen) „Leichtsinn poetischen Formulierens“, sondern auch literarische Übungen in der Erforschung des Bewusstseins und des Unbewusssten.
In „Karaoke 2“ spielt Hans Thill wie ein DJ der Dichtung, wie Rapper, wie Free-Jazzer oder Sampling-und ReMixer mit vorgefundenem musikalischen Material umgehen, mit vorhandenem lyrischem Material vom Barock bis zur Gegenwart. Wie Musiker Melodieinseln als Ausgangsmaterial für ihre freien Improvisationen benutzen, benutzt Hans Thill einzelne Zeilen (nicht nur) bekannter vorhandener Gedichte als Ausgangsmaterial der Inspiration zum Schreiben eigener Gedichte. Dabei werden Bedeutungshorizonte und Interpretationssplitter des Ausgangsgedichts in einem Schreibprozess, der teilweise einer surrealistischen „écriture automatique“ ähnlich ist, mit allen ( vornehmlich literarischen) Inhalten des Bewussten und Unbewussten eines 70jährigen Lebens verwirbelt.
Wie geht Gedicht-Karaoke? Wie singt man ein bekanntes Gedicht nach? Der neue Band von Hans Thill gleicht einem Gang in die Karaoke-Kabine. Wer sich in sie hinein begibt, kann nachsingen, was ihm vorgespielt wird. Zur Verfügung stehen 16 grandiose Optionen. Wer wollte nicht immer schon mal poetische Hits wie „Gebrochen Barock“, „Tag lass nach“, „Palle Pur“ oder „Klötenweh Quevlove“ nachsingen? Bühne frei für das lyrische Rudelsingen: 16 Gedichte aus 5 europäischen Sprachen, Gedichte von Andreas Gryphius, Georg Rodolf Weckherlin, Friedrich Hölderlin, William Wordsworth, August Graf von Platen, Stefan George, Yvan Goll, Stéphane Mallarmé, Saint-Pol Roux, Guillaume Apollinaire, José Maria de Heredia bzw. seinem Übersetzer Hanns Grössl, Else Lasker Schüler, Federico Garcia Lorca, Ilse Aichinger, Tomasz Róźycki bzw. seiner Übersetzerin Dagmara Kraus und Habib Tengour – auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Polnisch – der Lautleite des anderen Textes entlang – einem stets unabsehbaren Sinn auf der Spur, der sich selber findet, während er sich erfindet – Labsal als Labyrinth – auf dass man sich wiederfindet in so noch nicht gehörtem, in gänzlich unerhörtem Gebiet. Und als Rausschmeißer grölen alle noch auf dem Heimweg: „Taube im Abflug“!< (Pressetext Verlag)
In Folge 64 von podcastliteratur.de spricht Hans Thill mit Theo Schneider über Entstehung, Entwicklung und Funktionsweise seiner Karaoke-Gedichte und stellt ausführlich Beispiele vor. So entsteht ein ebenso intensiver wie genau nachvollziehbarer Einblick in die Werkstatt eines neuen poetischen Genres.
Transkript anzeigen
00:00:00: Sie hören Podcast Literatur.de von Theo Schneider und der Volksschule Kaiserslautern, Karauke Karambullaschen ist der Titel der Folge die sie heute hören.
00:00:11: es geht wieder einmal könnte ich mit einigem Recht sagen um einen Lieblingsgast von podcastliteratur.DE nämlich um Hans Till.
00:00:21: herzlich willkommen und herzlich Willkommen Hans!
00:00:26: Dankeschön.
00:00:27: Und es geht um etwas Neues von Hans Thiel, ein neues Genre, sage ich mal.
00:00:33: Von Texten und von Gedichten das er so kann man das sagen erfunden hat.
00:00:40: Karaoke nennt er diese Spielformen bei denen sich von Gedichtem meist bekannter Dichter aber nicht nur und nicht nur von Deutschsprachigen vom Barock bis in die Gegenwart anregen lässt zu neuen eigenen Gedichten oder, soll ich lieber sagen, anthörnen lässt.
00:01:02: Denn irgendwie haben die Texte ja auch was Rauschhaftes etwas Bekifftes, etwas Deliriendes, etwas Surrealistisches.
00:01:13: Jedenfalls wenn man es mit herkömmlichen Herangehensweisen verstehen will und merkt dann ne
00:01:20: so
00:01:21: geht das ja gar nicht.
00:01:22: Gleich dazu mehr, zunächst aber einige Sätze zu Hans-Till selbst.
00:01:27: Er ist in Baden-Baden geboren und in Bühl aufgewachsen.
00:01:35: In der Studie war er dann in Rheidelberg gekommen und da hat er sicher Germanistisch studiert – zuvor aber auch Jura und Spanisch und Portugiesisch wohl nur.
00:01:50: Und hier betreut und organisiert immer noch die Reihe der internationalen Übersetzerwerkstatt Poesie, den Nachbarn.
00:02:15: Anstil ist im Deutschen Pen und gefühlt in Tausend Jüris.
00:02:20: Er kennt die Deutsch- und internationale Lyrik-Szene bestens, und isst selbst ein Dichter und Übersetzer mit mittlerweile zwölf Lyrikbänden herausgebern Mitterausgeber einer schier unübersehbaren Zahl von Lyrikantologien.
00:02:38: Der Peter Huchelpreis und der Basler Lyrikpreis sind seine wichtigsten Auszeichnungen.
00:02:45: Er selbst schreibt Gedichte, wie wir sie nicht erwarten in der Nachfolge der Surrealisten oder Tataisten, der Wortspieler und Lautmaler, der Oli Po-Leute und der anderen Experimentellen.
00:03:01: Das ist so ungefähr die Linie der Traditionen, in die sich seine Lyrik stellt aber ganz neu so noch nicht gehört oder gelesen oder gesehen.
00:03:12: Und deshalb zuerst mal ein Beispiel für dieses neue Genre, das er Karaoke nennt.
00:03:20: Die Elze Lasker Schüler hätte ich da gern.
00:03:26: Gut wie machen wir das?
00:03:27: Liest du das Gedicht Gebet von Elze
00:03:29: Lasker?
00:03:29: Ja gut dann lese ich zuerst das Original, die Originalvorlage des Gedichts von Else Lasker Schüler Das heißt gebet meinem treuen Halbbruder dem blauen Reiter.
00:03:44: Ich suche aller Landen eine Stadt, die einen Engel vor der Pforte hat.
00:03:50: ich trage seinen großen Flügel gebrochen schwer am Schulterblatt und in der Stirne seinen Stern als Siegel und wandte immer in die Nacht.
00:04:04: Ich habe Liebe in die Welt gebracht das Blau zu blühen.
00:04:09: jedes Herz vermag müde mich gemacht, in Gott gehüllt den dunklen Atem schlag.
00:04:19: Oh Gott!
00:04:20: Schließ um mich deinen Mandel fest.
00:04:23: Ich weiß ich bin im Kugelglas der Rest und wenn der letzte Mensch die Welt vergießt du mich nicht wieder aus der Allmacht lässt
00:04:34: und sich
00:04:35: ein neuer Erdball um mich
00:04:38: schließt.".
00:04:41: und zu jeder Zeile ein eigenes Gedicht gemacht.
00:04:48: Also auch zur ersten Zeit dieses Gedichts, nämlich zum Namen der Autorin Elsie Lasker Schüler.
00:04:56: Elsie Laska Schüler ihr mest noch mit dem Zungenell und den kleinen Daumen?
00:05:04: Eure Linsen kommen aus dem Besitz des nackten Staates.
00:05:09: Dann träumt euch doch davon Ihr Laster, Ihr Kartenkringel gebet Friede den Organisationen, denen vom Stammennimm dem hungrigen Nehemia Nimmrot den Philo-Leuten mit Locken überall.
00:05:29: Ein hoher Gott auf einem kleinen Haufen sitzt erwässt sein Ding?
00:05:34: Das schneit schon viel besser!
00:05:37: Ist die Witbung meinem teuren Halbbruder, dem blauen Reiter?
00:05:42: Meine triste Hälfte wäre ganz aus Rosinenrinde der Rest ein Jägle abgetragen oder Sand am Meer.
00:05:50: Dort ist alles Marmur gefägter Kalk, von solcher Uferstadt kann Poseidon nur mit seiner Tuba Mirum paradieren.
00:06:02: Ich suche aller Landen eine Stadt Unser Bienenbeutel, meine andere ist Aviv.
00:06:11: Ich rede immer übers Land hinaus und dann habe ich eine Siedlung gleich so was zum Anschauen.
00:06:17: In ihr wasche ich meiner Hand wie ein blauer Kanada dry lebe ich nur vom Lob und Salz mit Wasser übergossen die einen Engel vor der Pforte hat.
00:06:29: Das Tor zu Pennsylvania wäre mit allen zwölf Orishas gleichsam überfüllt.
00:06:35: Sie nehmen sich Zitronen vom Baum, indem sie ihn umhacken.
00:06:38: Ihre Schale tragen sie dicht an einem Tornister.
00:06:42: Ich dachte stets der Küste hinterher wie auch das Gras beim Wachsen die Sache in die Länge zieht.
00:06:49: Ich trage seinen großen Flügel mit dem die Flut kommt.
00:06:54: ich sitze im Schatten einer alten Seife.
00:06:58: meine Haut wird davon gründig.
00:06:59: sollt sich ein Granit?
00:07:01: keiner will mir unter die Arme greifen.
00:07:04: so muss ich weiter.
00:07:05: schuhe treten Gebrochen, schwer am Schulterblatt.
00:07:11: Schwere Genossen die ihr Blatt dann plant.
00:07:14: auf euren Beinen steht.
00:07:16: Ihr könnt jetzt sprechen wie ein Brot aber eher kommt es aus mir heraus.
00:07:20: Ich bin ein Schlucker!
00:07:21: Ihr dagegen seid noch schwach getauft.
00:07:23: Euer Jordan tröpfel so dahin Dußtiger als eine Kamella aus dem Moalakat und in der Stirne seinen Stern als Siegel Trenne.
00:07:35: nie das S vom T, sei meins.
00:07:37: So stur die Stimme meines Kopfes!
00:07:39: So leuchtend mein Haar in der Nacht eines Königreichs der Teebeutel.
00:07:44: Das wäre eine naaslange Europa freilich geschottert und
00:07:46: geschönt.".
00:07:49: Und wandle immer in die Nacht?
00:07:51: Wandelt sich das Heißgetränk in etwas Wahrscheinliches?
00:07:55: Wird es schon eine Zeremonie wenn ich sein Ringding
00:07:59: esse?".
00:08:00: Wenn sich jetzt das Geheimnis löst, es bleiben immer Pünktchen an der Stelle, leuchten auf.
00:08:07: Ich habe Liebe in die Welt gebracht?
00:08:10: Die Pracht der Welt ist mir die Schwefelbahn von Weh.
00:08:14: Seinachts die dortige Natur von vorn und von hinten, mittendrin der Ost als Signal erkannt zu werden.
00:08:20: schon die halbe Liebe.
00:08:22: Jedes Kind sieht hier den Lärm als Reiterzeichen an manchen Flecken seines Ponchos Marinefels Das Blau zu blühen, jedes Herz vermag.
00:08:34: Auch auf den Lippen bin ich bloß wie ein Tattoo umspült von fließendem Wasser.
00:08:38: und vor den Zähnen dieser Stadt.
00:08:41: Der Hirte meines Herzens wohnt mit dem Reh im Farn Um nur nicht im Verhau zu hausen Und habe mein Leben müde mich gemacht.
00:08:53: Der Liebesschlaf schleppt mich durch Steppen und die größere Gobi.
00:08:58: Hier kaure ich Staub und Lehm der mir nicht Ähnlich sieht, manchmal schnappe ich ein Erwache mit einem Unwort.
00:09:06: In Gott gehöhlt den dunklen Atemschlag.
00:09:10: Den Garten bewacht einen Gattatier aus Holz und Kohle.
00:09:14: Ein Atem schlüpfte durch besagte Nacht Und wurde was?
00:09:19: Jetzt fuhren schon Seniorenkiller Durch die Kiesalee von links nach rechts Und blinkten.
00:09:24: Der Ultra-Gott erlaubt Adorantenstellungen ist im Stall zur Welt gebracht.
00:09:30: Anfangs ging er noch im Kreis, fraß mit rostigem Besteck die Kohle rein wie Kekse.
00:09:37: Wo Gott schließt um mich deinen Mantel fest!
00:09:41: Jetzt waren alle Mendels schmal genug genäht, die Schülerin in Sandalen in Socken über den Biallikbulle war.
00:09:49: Auch meine Zettel hatten kaum noch Platz für einen guten Schluss von Mann zu Martin Mit einem Bettler als klingelnden Kaffebecher zwischen drauf.
00:10:00: Ich weiß, ich bin im Kugelglas der Rest.
00:10:05: Ich sage hier die Hand vor meinem Mund!
00:10:08: Ich sage die Vergangenheit, wer dem Pokal getrunken wird in Kugelfisch überlebt?
00:10:13: Ein Rest wird bleiben auch von einem Baum, der immer schwächer wird den Winter weil er im Frühjahr brennen können soll.
00:10:21: und wenn der letzte Mensch die Welt vergießt Ein Leben lang keine einzige Wase umgestoßen, den Wörtern ausgewichen in ein Loch gefallen, abgestiegen aufgestanden.
00:10:33: Auf der Straße lag er aber niemand kam ihn zu überfahren.
00:10:39: Du mich nicht wieder aus der Allmacht lässt.
00:10:42: Vielleicht ist Weizen doch was anderes.
00:10:44: und drei als Speise.
00:10:46: Vom allmächtigen bleibt dein Häufchen dunkles Zeug.
00:10:50: Nicht wieder dieses Warten auf die Ungeduld sage ich mich nicht und habe ausgesagt und sich ein neuer Erdball um mich schließt.
00:11:01: Ganz unter kaputzen lauter Erdwesen, herabgestiegen von den Wollbäumen im Ohr eine ständig schlofende Musik.
00:11:10: Jogger aus geschütteltem Fleisch die Küste entlang.
00:11:14: Ich bin mit diesem Ball geprellt aber die Wärme brauche ich.
00:11:19: Im Übrigen bin ich wie bisher euer Ballermann Euer Nabiger Schrappnell
00:11:26: Danke.
00:11:27: Der Gedichtband, ich weiß gar nicht, ist an diesem Jahr oder im vorigen Jahr rausgekommen.
00:11:31: Hans-Till Karaoke zwei Gedichte für Lack Engler.
00:11:37: Hundertsechzig Seiten, gar nicht so groß wie ein normaler Band.
00:11:41: der ist irgendwie ein bisschen kleiner.
00:11:43: aber am Anfang denkt man ja man hat vielleicht fünfzig Seiten da und dann sieht man doch aha sind einen hundertsechszig.
00:11:51: Das ist ein sogenanntes Roughbook.
00:11:53: die Reihe heißt Roughbooks bei Engler Rohrbücher sozusagen.
00:11:58: Er enthält sechzehn Gedichte aus fünf Sprachen, das Prinzip Leute.
00:12:08: das Mal ist so dass zum Titel, zum Autor eventuell auch zur Widmung falls vorhanden und dann zu jeder Gedichtseile ein Text eingedichtet von dir kommt.
00:12:27: Und dann gibt es, ich glaube fast immer noch so etwas wie ein Schlussgedicht.
00:12:34: Eine Art Resümee.
00:12:36: Warum gibt's dieses Schlussgedichte?
00:12:38: Oder wann gibts das und was hängt das ab?
00:12:40: Das gibt es dann.
00:12:41: wenn ich das Gefühl habe ist es noch nicht alles gesagt zu diesem Gedicht.
00:12:45: also wenn ich dass Gefühl hab da muss jetzt noch einen Schlussgedächt zugefügt werden Dann mache ich das so.
00:12:51: Es ist ohnehin eine Übung im Leichtsinn des poetischen Formulierens.
00:12:58: Der Leichtsinn beginnt mit der Auswahl des Gedichts, ich nehme Gedichte die mir so entgegen kommen.
00:13:05: Ich lese ja viel und dann gibt es manche Gedichte, die kommen wir entgegengen aus verschiedenen Gründen Und dann nehme ich das und setze mich hin und schreibe zu den einzelnen Zeilen jeweils ein Gedicht manchmal sogar nur nebenbei.
00:13:21: also manche Gedechte habe ich in langweiligen Sitzungen des Präsidiums des deutschen Pen geschrieben.
00:13:27: Ein Gedicht habe ich auf einer Reise durch Chile geschrieben, also manchmal werden diese Gedichte so nebenbei gemacht.
00:13:37: Ich bin bei dieser Sache geblieben und habe damit angefangen vielleicht kurz vor der Jahrhundertwende als man von mir eine Petraca Überschreibung bestellt hat.
00:13:48: und da hab' ich damit angefang'.
00:13:51: Tatsache, dass da die Zeile eines anderen Gedichts drübersteht.
00:13:56: Mir eine ungemeine Freiheit gibt meinen Assoziationen nachzugehen und mir auch Stichwort ins Ohr flüstert, die in diesem Gedicht enthalten sind oder auch manchmal biografische Einzelheiten, die ich weiß von der Dichterin oder dem
00:14:13: Dichter.".
00:14:14: Du machst schon eine Welt Erklärung dieses Karau.
00:14:19: für eine Sendung die fünf oder zehn Minuten dauern würde.
00:14:22: Wir haben mehr Zeit, wir haben eine Stunde.
00:14:25: Wir kommen im Einzelnen auswählter nochmal genau zu diesen Punkten.
00:14:30: Lass mich noch ein bisschen an dem vorgehenden Schlussgedicht drum fragen.
00:14:36: Sind das Resimäs dann?
00:14:39: Oder kommt da nur noch was?
00:14:41: wo du das Gefühl hattest, dass hab ich auch noch in mir zu diesem Text zu sagen.
00:14:47: Ja,
00:14:48: zweiteres.
00:14:50: Das habe ich auch nog in mir ... Das hat jetzt noch Platz.
00:14:53: Frage?
00:14:55: Das Schema ist fast als ob es von einem Posthalter-Oberinspektor gemacht wurde immer gleich.
00:15:04: Das ist man von hier ganz gewohnt!
00:15:06: Es wäre ja auch dieses Ordnungsprinzip wie die funktionieren.
00:15:10: Warum immer das gleiche Thema?
00:15:12: Denn man könnte ja auch fragen, warum lässt er da nicht das Gedicht zum Autornahmer oder zum Titel weg.
00:15:20: Oder nimmt nur Gedichte zu fünf Zeilen des Vorbildgedichts.
00:15:26: Ein Gedicht ist da drin, das nicht vollkommen abgedruckt ist, sondern auch noch vollkommen bearbeitet.
00:15:30: Nämlich dieses Hölderlin-Fragment.
00:15:32: was da drinnen ist, es ist nur ein Zitat aus einem Hölderingedicht und das war mir dann doch ein bisschen zu anstrengend.
00:15:38: die ganze Ode, die sehr lange sind drei Seiten oder so, sehr viele Ferse waren wir dann zu anstrengend, die alle zu bedichten.
00:15:46: Dann habe ich nur diesen einen Teil des Zitat-Bedichtes.
00:15:49: Das war auch wieder eine bestellte Sache für eine Anthologie.
00:15:53: Es gibt immer wieder – jetzt längst habe ich bei einer Rilke-Antologie mitgemacht, wo ich ein Rilkekaraoke gemacht habe.
00:16:02: Also das ist in letzter Zeit vielleicht auch eine Sache der Postmoderne, dass man sich sehr stark miteinander setzt was schon Formuliert ist, was schon geschrieben wurde.
00:16:14: Dass man das offenkundig macht, explizit macht.
00:16:17: Literatur ist in der ganzen Literaturgeschichte immer Literatur-Literatur soweit dass die Autoren und Autorinnen Kunden gewusst haben.
00:16:27: ja sie haben es immer auf ein Bild bezogen aber Sie haben es sehr oft gar nicht gesagt.
00:16:34: Sie haben geheimgehalten oder geklaut und haben die fremden Lorbeeren auf den Kopf gesetzt, was du da jetzt angesprochen hast als postmodernes Merkmal.
00:16:46: Ja das ist eine wahre Freude und Lust ist es ganz öffentlich und offen zu machen und viel mehr als man es vorher gemacht hat
00:16:55: glaube ich.
00:16:56: Manche, die ich sage nicht ihren Namen zu mir gesagt, ja ich mache das auch.
00:17:00: Ich schreibe bloß nicht die Zeilen dazu des Vorbilds sondern manche machen es auch so wie ich aber lassen dann die Zeile weg von dem Vorbildgedicht und tun sozusagen als eigenes Gedicht veröffentlichen.
00:17:14: was ist eigentlich auch ich?
00:17:15: Natürlich ist ein eigenes gedicht.
00:17:18: Ich würde sagen, das ist der Geist von Uli Po, der in mir drinsteckt.
00:17:22: Die Ulipoten haben auch immer die Vorlagen gesagt, die sie genommen haben und wenn es nur in einer Wittmungszeile drin war.
00:17:30: Und ich finde das gerade eben interessant.
00:17:32: Es ist ja auch so, dass diese Gedichte ... Das hast du vielleicht gemerkt?
00:17:35: Dass diese Gedichten, die ich da bearbeite, Gedichte aus der Tradition sind, die nicht unbedingt meine ist, sondern das sind teilweise Gedichte, Und wahrscheinlich hat mich das noch mehr gereizt.
00:17:47: Von
00:17:47: Barock bis zur klassischen Moderne auch noch ein bisschen mehr, ja?
00:17:51: Ja
00:17:52: und wahrscheinlich hat es mich noch mehr gereizt als wenn ich jetzt sagen wir mal irgendein zeitgenössisches Gedicht genommen hätte diese Gedichte zu nehmen die schon eine gewisse Partien angesetzt haben.
00:18:04: Wer oder was oder wie Bestimmt die Auswahl der Vorbilder, der Vorgedichte?
00:18:10: Da sind wir dabei schon drüber zu reden.
00:18:12: Sind das Lieblingsgedichte von dir oder sind das grad Gedichte aus den Büchern oder dem Buch dass du gerade liest zufällig jetzt auf der Reise, die ja auch langweilig und mit Watten dumm im Bus rum sitzen oder auf Lughefen, die du dann liest um die Zeit umzubringen, die du in Ziele unterwegs warst.
00:18:37: Es sind immer Gedichte, die mich beschäftigen aus unterschiedlichen Gründen.
00:18:41: Nicht alle sind Lieblingsgedichte, ganz wenige sind Lieblingsgedichte aber es sind uns eines nur ein paar Zeilen in jedem Gedicht drin, die mir sehr wichtig sind, die ich sehr interessant finde und die mich dann dazu bringen das ganze Gedicht mal vorzuknöpfen.
00:18:59: Kann man das sagen?
00:19:00: Könntest du das sagen was ihre Eignung ausmacht, um die Verwandlungsmaschine in Gang zu setzen.
00:19:09: Das sind ja so etwas wie Katalysatoren.
00:19:13: Michel Leris hat mal gesagt, der französische Autor ... Aus der Uli-Po-Zeit, aber kein Uli Poot war.
00:19:18: Aber ein Zeitgenosse der Ueli-Poten, er hat immer gesagt, er macht Feuer aus jedem Holz.
00:19:27: Und das ist vielleicht auch ein wichtiges poäologisches Prinzip von mir dass man das, was einem entgegenkommt ins Gedicht mit reinnimmt.
00:19:37: Und das ist eben auch manchmal ein Text der einem entgehen kommt aus ganz unterschiedlichen Gründen Es gibt aber keine Systematik in der Auswahl der Texte schon wesentlich mehr von diesen Gedichten gemacht, also die beiden Bände in denen diese Karaoke-Sachen erschienen sind.
00:19:57: Der erste Inriso der Dürre Vogel Bin beim selben Verleger und als zweite Karaoke II wurden ausgewählt weil mir meine Gedichte interessant erschienen.
00:20:09: Der Erste Band ist halt gar nicht Karaoke das ist ja später eingefallen Das ist der Band
00:20:14: Inrisos?
00:20:15: Inrisso de Dürro Vogel bin Kälte als Dunlop
00:20:19: Genau, so heißt er.
00:20:21: Und es ist aber im selben Verlag auch als Raftbuck erschienen und ich habe beides Mal Gedichte genommen nicht wo mir das Vorbild besonders ausgezeichnet erschien sondern wo mir die Überschreibung gelungen erschien.
00:20:36: Ich könnte kein Kriterium der Auswahl von diesen Vorbildgedichten nennen wir sie mal so Von diesem Vorbild-Gedichten sagen Das kommt ganz drauf an.
00:20:43: also in Chile war es natürlich der chilenische Dichter
00:20:47: Pablo Neruda.
00:20:48: Pablo Nerudda, zum Beispiel...
00:20:52: Als Pablo machst du Pappe und glaube ich, das könnten wir ja auch lesen, warum nicht?
00:20:57: Und Neruddanero, da ist irgendwas schwarz dran, dabei ist es ein tschechischer Nachnamen, den einer der von Tschechischen Nobelpreisträger war, der Tschechschen Nerudder Nobelpreissträger auch, ja!
00:21:10: Ist es übrigens witzig, Mini-Exkurs wird dir Spaß machen, dass ausgerechnet die beiden Chilänen, die Nobelpreis gekriegt haben.
00:21:19: Capriela Mistral und Pablo Neruda.
00:21:23: Die Namen übernommen hatten von Dichtern, die auch schon den Nobelpreise gekriegten.
00:21:30: Nomen ist Ome?
00:21:31: Hätten sie im Leben nicht träumt, wenn man in das zu der Zeit gesagt hätte als sie den Namen als Pseudonym übernommen hatten.
00:21:40: Sehr kurios!
00:21:41: Man hat mir damals ein Stein aus dem Haus von Pablo Nerudo geschenkt als andenken.
00:21:50: Ich könnte mir vorstellen, dass das wie diese Reliquien vom Kreuz des Jesus von Nazareth ist, ja?
00:21:57: Dass es wahrscheinlich so viele Steine was im Haus und Pablo Neruda gibt...
00:22:01: Genau!
00:22:02: Das ist Haus
00:22:04: nicht
00:22:04: mehr steht.
00:22:05: Mir ist jetzt etwas Unverschämtes eingefallen.
00:22:08: ich legendiert dann aufs Grab, ich mach's für die
00:22:11: Jugend.
00:22:13: Wie sagt die Frau, wenn einer von uns einmal stirbt dann reise ich endlich nach Paris.
00:22:19: Genau so!
00:22:21: Die Auswahl der Gedichte bestimmt niemand vorher außer dem Schicksal.
00:22:26: Sie gehen durch die Jahrhunderte.
00:22:28: was ist das älteste Barock-Dichtung?
00:22:33: Aber aufhält?
00:22:34: es gibt keine ganz gegenwärtigen.
00:22:38: Ja, die letzten sind so fünftiger oder sechziger Jahre.
00:22:43: Warum haben dich keine aktuellen Gedichte aus den letzten zwanzig, dreißig Jahren angeturnet?
00:22:51: und vielleicht von Autoren, die noch leben, die du gut kennst?
00:22:56: Da gibt es verschiedene Gründe.
00:22:58: Ein Grund ist – das ist glaube ich der Wichtigste – dass eine gewisse Distanz zu diesem Gedicht da sein muss, dass sich da was dazwischenschreiben kann.
00:23:07: Wenn es mir zu nah ist, nehmen wir ein Gedicht von Ulf Stolterfoth.
00:23:13: Wenn mir das zu nahe ist, dann habe ich das Gefühl... Es bringt überhaupt nichts noch was zwischen die Zeilen zu schreiben.
00:23:20: Weil da in der zu überschreibenden Zeile ja schon auch so etwas drinsteht.
00:23:25: Das käme mir vor als würde ich pleonastisch arbeiten.
00:23:29: Also als würde sich Dinge überhäufen.
00:23:31: Das gefällt mir nicht.
00:23:33: Wie bist du dazu gekommen?
00:23:35: Ich glaube, man kann bei dem Wort der Karaoke-Gedichte ergeben.
00:23:43: Es hat sich ergeben, ich habe es vorhin schon mal kurz gesagt, es hat sich ergäben, ungefähr'iteinundneunzig oder neunneunzehntig als die Petraka-Gesellschaft in Berlin einige Gedichte einluten etwas... Gedichte auf Petraka zu schreiben.
00:23:59: Und dann habe ich diese Petraker-Karaoke, die du damals noch nicht hieß, so gemacht und das wäre auch jetzt vorhin nach dem ältesten Gedicht gefragt.
00:24:07: Petrakaa wäre das Älteste was ich je bearbeitet habe.
00:24:11: Das heißt aber nicht dass sich nicht auch noch ältere mir vornehmen könnte.
00:24:15: Dieses Petrake ist glaube ich in einem
00:24:19: Dunlop?
00:24:20: Ja da hab' ich mehrere gemacht, ziemlich viele gemacht.
00:24:23: Sie sind dann auch in einer Anthologie erschienen.
00:24:25: Aber da kam ich auf diese Idee, zu den Zeilen was zu schreiben und trotzdem die Zeile vorzuzeigen, zu der das geschrieben ist.
00:24:33: Das erste Gedicht, was ich damals überschrieben habe war ein italienisches Gedicht – und ich habe es Deutsch überschieben!
00:24:40: Man könnte sich ja auch denken, dass man so etwas dann in der Sprache des Gedichts überschreibt.
00:24:46: Das
00:24:46: wäre auch noch eine Möglichkeit?
00:24:47: Ja klar.
00:24:49: Und auch damals habe ich schon so gearbeitet, zum Anlass nehmen, Signale, Themen und Wörter, die in dieser Zeit drin stehen.
00:25:00: Aber dass ich jetzt nicht eine sehr freie Übersetzung mache, sondern dass ich sozusagen mir die Rosinen rauspicke und die associativ zu einem Gedicht verarbeitet.
00:25:12: Welche Aspekte des Materials, des Vorgedichts können anregen?
00:25:17: Da gibt es einmal die Motive was wird da gesagt von Inhalt.
00:25:24: Da gibt es die Lautlichkeit, nachher führen wir mal was vor, was für einen Sinn oder Nichtsinn und auch Blödsinn dabei rauskommt der ja vielleicht blödsin ist mit normaler Logik betrachtet aber einfach auch lustig ist unterhaltsam ist.
00:25:41: und Sprachlichkeit ich habe das diese drei Nummern irgendwie aus dem Netz gefischt wurde dass man in einem Interview sagt was meine sprachlichkeit.
00:25:53: Sprachlichkeit ist die wörtliche Verfassung des Gedichts, also nicht die Motive und nicht die Lautlichkeit.
00:25:59: Sondern es ist die wortliche Verfassung des Gedichtes in der sich das lautliche mit dem semantischen Misch und dass dann mir die Möglichkeit gibt auch diese Zeile sehr stark auf mich zu beziehen.
00:26:14: Das würde ich als Sprachlichkeit nennen.
00:26:17: Okay ja... Das kann man nur ungefähr vorstellen.
00:26:21: Es ist auch nur ungefähr gemeint?
00:26:22: Ja,
00:26:24: es sind viele Fremdsprache getrennt.
00:26:27: Ich glaube genauso viel wie Deutsch oder sogar mehr Fremdsprachige als Deutsche.
00:26:32: Bei ein paar von den Fremdensprachen-Gedichten gibt es deutsche Übersetzungen dazu aber nicht überall.
00:26:39: Ich glaub es gibt keine deutschen Übersetzung bei den Französischen
00:26:45: und
00:26:47: Italienischen oder bei den Spanischen auch.
00:26:50: Warum nicht?
00:26:51: Also ich meine einfach der Leser als Genießer dieses Materials bräuchten das schon, weil nicht alle Leute können so viele Sprachen wie du und die wollen es eben auch genießen.
00:27:05: Das ist das eine Argument, das zweite Argument.
00:27:08: Es sind ja einfach wunderschöne Gedichte auch nicht als die Vorbilder von den Vorbildern.
00:27:14: Nicht alle Aber die Hälfte davon sind spitzengedichte.
00:27:19: Und wenn sie übersetzen, ich kann kein Wort polnisch... ...dann möchtest du schon in der deutschen Übersetzung haben um die genießen zu können.
00:27:27: Das ist ganz einfach!
00:27:28: Ich habe Übersetzungen dann genommen, wenn ich sie gebraucht habe für mich.
00:27:35: Also wenn ich die Sprache nicht kann.
00:27:37: Ja aber da hast Du halt nicht einen Leser gedacht?
00:27:40: Wenn ich an den Lesern denke bin ich beim Fokus immer an den lesern denken.
00:27:45: Und nein, ich kann es vielleicht ex negativ wo sagen.
00:27:49: Ich habe nur in Ausnahmefällen die Übersetzung mit dazugenommen weil es auch schwieriger ist ein Originaltext und seine Übersetzungen zu überschreiben als nur den Originaltext zu überscheiden.
00:28:03: Weil
00:28:03: dir die Üversetzung dann reinpfuscht?
00:28:05: Weil die Üersetzung mir dann rein Pfuscht!
00:28:07: Es ging bei dem
00:28:10: Ruszitzki
00:28:10: Thomas Rusitzki, da ging das ganz gut in der Übersetzung von...
00:28:15: Schauen wir jetzt mal an.
00:28:16: Das lesen wir.
00:28:18: Dagmar Kraus hat die Übersetzungen gemacht
00:28:21: und das Gedicht heißt im Deutschen Kriolen-Mestizen.
00:28:27: Ja soll ich es auf Deutsch lesen?
00:28:28: Ja bitte!
00:28:29: Okay.
00:28:31: Kriolan Mestizen, dass du wunderlich bist und ich wunderlig bin trifft sich farmbelhaft.
00:28:42: Gemeinsam verwundern wir die Welt.
00:28:45: Beim Familienspaziergang wird man mit dem Finger auf uns zeigen, Wir werden berühmt und sehr geheimnisvoll sein.
00:28:53: Sie werden auch Filme über uns drehen völlig unwirkliches Zeug.
00:28:58: mitten im Dezember ziehen wir nachts in jene Bude ein Und machen da Liebe und haben sonst nichts zu tun!
00:29:08: einander in dieser riesigen Welt zu begegnen.
00:29:12: Man kann uns einzig an der Zunge erkennen, zeigt eine Zunge Kätzchen?
00:29:18: Ich erzähle dir ein Märchen.
00:29:21: Wir bleiben zusammen.
00:29:23: Das trifft sich fabelhaft und die Zunge wird uns verraten Die Welt töten Uns in Tau Und Asche verwandeln.
00:29:35: Es ist ein Sonnet aber so geschrieben, dass die dritte Strophe vier Zeilen hat und die letzte nur zwei.
00:29:45: Ist ein verstecktes oder halbverstecktes Sonnet?
00:29:48: Einen
00:29:48: Schrumpf sonnett vielleicht.
00:29:51: Thomas Oduszicki ist ein Freund von mir also da hätten wir jetzt die Ausnahme zu der Regel, die ich vorhin gesagt habe.
00:29:57: Ich möchte nichts von gegenwärtigen Leuten machen.
00:30:03: Da hab' ich's gemacht Weil dieses Gedicht mir auch ziemlich entgegengesprungen ist, muss ich sagen.
00:30:09: Es hat mir gut gefallen und da ich mit dem Thomas gut befreundet bin – mit der Dagmara auch war das ein Grund mehr irgendwie das zu machen?
00:30:18: Ich habe aber natürlich bei beiden nachgefragt, ob es erlaubt ist, das zu veröffentlichen und sie haben zugestimmt.
00:30:25: Dagmara hatte sogar in ihren Literaturkurs mit reingenommen als Möglichkeit nach Vorbildern zu.
00:30:34: Schreiben.
00:30:36: Ich
00:30:36: will da jetzt mal als Beispiel daraus nehmen, noch bevor wir es ganz oder du es ganz ließ wie unverschämt drum spielst.
00:30:46: Wie gesagt ich kann keinen Boll nicht.
00:30:49: Ich versuche das mal vor mich hinzustottern die fünftletzte Zeile
00:31:00: Moschner,
00:31:01: Nasroposchnack oder was.
00:31:03: Und da übersetzt du dieses Ockron im Svici mit Akronomen Schweiz, das natürlich vollkommen der Unfug ist.
00:31:15: Du übersetzt es nicht so, lässt sich davon zu dem Kallauer inspirieren glaube ich ja?
00:31:22: Ja, das ist so!
00:31:24: Das heißt aber nicht Akronome Schweiz sondern... Was heißt das im Original?
00:31:28: Klar, es ist ein Kalauer.
00:31:29: Und weil das heißt Ogronim Svetsi heisst es im Original
00:31:37: und das bedeutet korrektiver sein.
00:31:39: Das
00:31:39: bedeutet Welt zu begegnen.
00:31:43: aber jede Sprache ist ja auch autonom.
00:31:47: also ist ja nicht nur Bedeutung sondern auch autonomes Material.
00:31:52: und so kann ich auch etwas über die Schweiz in dieses Gedicht hineinschmuggeln.
00:31:58: Das hat eine Besonderheit.
00:32:01: Und zwar sind da, bevor deine Nachgedichte oder nach Ferse kommen ... Die polnische Originalzeile steht dann darüber und drunter steht die entsprechende Zeile der deutschen Übersetzung.
00:32:21: Das ist noch mal eine Variante, die wir nicht... erwähnt haben.
00:32:26: Vielleicht liest du das jetzt mal ganz, willst du es erst in Ruhe dann hussen?
00:32:31: Bom bom lutschen denn ich weiß nicht ob das gut geht.
00:32:34: Ja ich nehm's dann aus dem Mund raus.
00:32:36: Den Namen kann ich auch wenn ich kein Polnisch kann.
00:32:39: den Namen kann Ich sagen Tomasz Rogicki der lebt im Obbelen und ist vielleicht zehn Jahre jünger als ich.
00:32:47: Das ist so ein bisschen etwas was mir einfällt und jetzt wo man es einfällt vermisse ich es auch in einem Bantgie.
00:32:54: Drei oder fünf Seiten hätten ... Nee, es werden sicher nur drei der zwei Seiten gewesen.
00:32:59: Es werden keinen Schaden gewesen wenn man zu den Autorinnen und Autoren der Vorbilder der Ausgangsgedieste wenigstens noch zwei bis vier, fünf Zeilen geschrieben hätte.
00:33:14: Ja, man kann die ja jetzt gut werden.
00:33:16: Ich bin natürlich froh, nein ich freue mich sogar diese Entdeckung von Thomas Rostitski, den es nicht gekannt habe.
00:33:24: Also von daher okay, ich hab einen Ostereich gefunden und
00:33:27: das ist
00:33:29: ein wunderschöner Text und ich freu mich und du hast mich dann damit mit diesem Text neu gemacht und ich schau mal wo ich mehr von dem Kriege umsetzen kann.
00:33:40: Thomas Rogitski läuft zu auf Dagmar Kraus.
00:33:44: So ist die Logik bei diesen Übersetzungen, dass das Original, die Original-Zeile über dem Gedicht steht und die übersetzte Zeile unter dem Gedigt.
00:33:57: ein R muss schon rollen sonst könnte es wo stecken geblieben und nicht mehr zu finden sein weil einen Humpelner Criole Metissi Kriolenmestizen.
00:34:13: Wo wächst nun das Metaphernkraut?
00:34:16: Wo kann ich es in meine Suppe mischen, ein Ei obendrauf und ein Atom ist ja schon drin.
00:34:23: Alter!
00:34:24: Metisalemestizi.
00:34:29: Jetzt lese ich bloß noch die deutsche Sache, dass du wunderlich bist und ich wunderlich
00:34:32: bin.
00:34:32: Also haben die Frauen das her von Mithusale Mitu.
00:34:36: Genau da haben sie's her dass du wunderlich bist und ich wunderlich bin.
00:34:40: Ich weiß, dieser Zwirn ist auf links gedreht.
00:34:44: wir haben uns nicht gefunden.
00:34:45: sind Bin- und Binnzweivögel weißt Du?
00:34:50: trifft sich farbelhaft.
00:34:52: gemeinsam verwundern wir ein Fadenbaum aus tausend Volt zu seinen Füßen das eskadatives Spagat Angriff der Blutwürste Rabelä.
00:35:04: Wir Zuhause bügeln Fabeln Oder geben uns den Puder.
00:35:10: Die Welt.
00:35:11: beim Familienspaziergang wird man, Beda sagte die Pfalz ist unterwegs noch vor den Kanaren bereits nass bis auf den Pelz mit dem Finger auf uns zeigen.
00:35:26: wir werden berühmt im schlanken Fingeraum es fast nur weicher zwirren.
00:35:31: ein zeige Vogel könnte man mit Rumi denken bringt uns in eine Küche aus Brei Gleich daneben ein echter Leutezaun, so sie keine Jäger sind.
00:35:43: Aber mutmaßlich junge Hexen und sehr geheimnisvoll sein!
00:35:48: Sie werden auch Filme der Film durchsichtig bis auf das Häuschen.
00:35:54: die Personen dass wir es sind und wir kann man noch erkennen.
00:35:58: Hand in Händchen drohen wir ihn aus zu trinken.
00:36:03: über uns drehen völlig unwirkliches Zeug mitten nicht wahr?
00:36:09: Wir treten auf mit Höken, mit Porallenhals.
00:36:12: Soll jeder seine Fische mischen?
00:36:14: Soll jede sägen oder zupeln?
00:36:16: Die zweier Liebkostet Kraft und Krone.
00:36:19: jeweils doppelt ist ihr nie genug.
00:36:23: Im Dezember ziehen wir nachts in jede Bude ein.
00:36:28: Und dieser Planet ist schon unsere zehnte Behausung!
00:36:31: Wir züchten Pilze auf dem Persateil – wir speichern meinetwegen Nächte und machen da Liebe, und haben sonst nichts.
00:36:43: Und teuer ist die Milch, die fast nichts
00:36:46: bringt.".
00:36:46: Es ist ein Machen-und ein Tun.
00:36:48: Es solle Michena schon im Hin gewesen sein als Herr schon war in Plüviose zu tun.
00:36:56: Wir hatten Glück einander in dieser Risiken.
00:36:59: Und Glick, Glick macht der Schmiedehammer, der sich die Kreolen klopft hier es laut einen Nageln wie in das Hephaestus diesel jeep.
00:37:12: Welt zu begegnen, man kann uns einzig an der die vollständige agronome Schweiz rissigweil aus Stein gewachsen.
00:37:22: wir haben sie gesucht gefunden als Fuß der namenlosen gegen kommende Melonen Zunge erkennen zeigt deine zunge kätzchen Kattenkot.
00:37:33: hier begraben einige stokvergetief unter syrie.
00:37:37: Schon lange liegt es uns auf der Zunge, mit der wir sprechen wie noch manches Tier.
00:37:42: Nicht jeder kriegt danach den Mund auch zu!
00:37:45: Nicht jeder stimmt die Puckers an.
00:37:48: das schlimme allein.
00:37:51: Ich erzähle dir ein Märchen Wir bleiben zusammen.
00:37:54: Von heute auf morgen geht's ab Wie in einer Hütte Mit überkochender Grüße.
00:37:58: ich sage dir den Löffel Ich sage dir Den Wasserstand bei Maxau.
00:38:04: Das trifft sich fabelhaft und Die Zunge wird uns verraten.
00:38:07: Spannend langer Hansel, geh jetzt für Schwindau ab!
00:38:10: Du Zuckerle.
00:38:11: Schmusa!".
00:38:13: Die Welt töten und sind Tau-und Asche verwandeln.
00:38:17: Ganz am Ende geht auf Zündholzstelsen der Popiol.
00:38:21: Er krat nicht, schlägt nicht mit den Flügeln.
00:38:23: Er ist nur still damit ein Staub nicht zu der Asche kommt.
00:38:27: Wie die Blüte steht er da?
00:38:29: Wie Blut von heute?
00:38:30: Schnee von nämlich lange
00:38:32: schon.".
00:38:33: Ist das was Poeta Doktus damit... Beschimpfest dich, wenn du so willst.
00:38:40: Ich weiß es nicht alle.
00:38:42: Dichter würden sich damit geerd fühlen.
00:38:46: was ich damit meine ist Folgendes letztendlich kann ja nur herauskommen Was vorher im Kopf drin war Wenn das auch vergessen war unbewusst war.
00:38:59: Irgendwann muss es reingekommen sein.
00:39:02: Insofern muss man wenn man diese Gedichte liest also deiner Gedichte, die du auf diese Zeilen geschrieben hat.
00:39:13: Immer auch damit rechnen.
00:39:14: man muss gegenwärtig sein dass sie eben nicht nur unfug unsinn sinnlos sind sondern das sehr wohl Bedeutungen Zusammenhänge Anspielung verweise und so weiter vorhanden sind und die es gibt.
00:39:31: Und die sind aufgrund deiner Erfahrung, aufgrund der Erkenntnisse deines Wissens, deiner Lektüren.
00:39:37: Was irgendwie immer in das Reihen gekommen ist, sind sie in deinen Kopf geraten auch wenn es gilt für jeden von uns nur ein Bruchteil, ein Hundertsel oder einen Tausendsel gerade oder ein Millionsel gerade davon abrufbar ist.
00:39:52: Das heißt diese Texte sind voll von Verstecken – jetzt ist das falsche Wort Bezügen auf Literatur, auf Dichtung.
00:40:03: Ein paar Mal habe ich entdeckt, dass du eben auch Dichter-Kollegen mit Namen erwähnst oder auch Dote schon.
00:40:12: Auf Kultur, Deutsche aber auch Fremdeländer.
00:40:16: und habt ihr aber entdeckt?
00:40:18: zu meiner Freude ein ist, dass es sich durch auslohnend kann.
00:40:21: Etwas was ich nicht verstehe da waren jetzt auch drei vier fünf Wörter dabei die ich gar nicht verstanden habe weiß ich gar nichts was das heißt das mal zugugeln.
00:40:30: wir lesen das leist auch mal weil mir das gut gefällt einen Zeitknatterdichter Tengur und da kommt dann der Name, wie heißt er?
00:40:41: Deconcius vor dem Himmelswiln hab ich noch nie gehört.
00:40:44: Wer ist das?
00:40:45: Und ich hake den mal in Kugel rein.
00:40:48: ja und siehe dazu meiner Freude entdecke ich dann einen nordafrikanischen Tista aus dem vierten oder fünften Jahrhundert dessen Name ich noch nicht mal kannte und sowas kann mich natürlich auch Neuigeris machen.
00:41:02: Also, da gibt es auf der einen Seite den Spaß was Neues zu erfahren und zu lernen wenn ich mich davon anschubsen lasse.
00:41:09: Und eben auch aktiv werde.
00:41:11: Auf der anderen Seite gibt's da auch die Gefahr dass sich die Leser die Leserin der ein oder andere dann vielleicht sich dumm und hilflos fühlt und sich abwendet.
00:41:21: Diese Gedichte sind ja ohnehin nicht auf Verständnis aus.
00:41:24: also sie sieht nicht darauf aus eine Sprache zu bringen Die eine gewisse Vorbedeutung hat sondern Sie sind Darauf aus, Bedeutung selbst herzustellen.
00:41:34: In dem Moment wo diese Zeile geschrieben wird stellt sie eine eigene Bedeitung her und natürlich gibt es verschiedene, wie soll ich das nennen?
00:41:44: Verschiedene Leitungen oder Wege die in die Tradition gehen werden hier eingepasst in diese neue poetische Bedealtung sich daher stellt.
00:41:57: Und letztlich kommt es mir so vor, oder das habe ich auch schon in einem Gedicht mal so formuliert.
00:42:03: Ich verstecke ja nichts in meinen Gedichten!
00:42:05: Ich zeige nur den Quellcode.
00:42:07: also das heißt wenn du den Deconcius findest kommst du auf etwas was mit dem Habib Tengur durchaus zu tun hat.
00:42:15: Sie
00:42:15: kommen beide aus derselben
00:42:17: Gegend und der Habib tengur hat diesen Deconcius auch schon zitiert Proethologisch mit ihm etwas gemeinsam.
00:42:26: So kann ich diesen Begriff einfach mal fallen lassen, vielleicht sind diese Gedichte ohnehin die Möglichkeit, etwas Fallen zu lassen, etwas zu sagen was man sonst vielleicht nicht sagen würde und wo man dann diesen Grund oder diesen Anlass hat durch das zu besprechende Gedicht Das dann zu sagen, was man sagen
00:42:47: möchte?
00:42:48: Der Handspiel da hänseln Geld.
00:42:50: Es ist Märchen von Hänsel und Gürtel die sich im Wald verlaufen um zurückzufinden.
00:42:56: lassen sie Brotkrummen
00:42:57: fallen
00:42:58: ja und so lässt du bei der Produktion auf der unbekannten Landschaft durch die du dich gerade bewegst und in der ist
00:43:07: Brotkrumen
00:43:09: fallenden für die Leser oder Murmeln oder Glitzersteinsen aufheben können, aber nicht aufhebe müssen und die wir dann bei meinem Beispiel zu bleiben in die Suchmaschine reintun können umzuschauen ob sie uns mehr davon etwas erzählen kann was uns auf diese Spur bringt.
00:43:34: die du gerade gegangen bist oder die du mit diesem Gedichten gehst.
00:43:40: Ja, aber ich muss dazu sagen man braucht es nicht unbedingt zu tun, verstehst du?
00:43:45: Man kann mit dem Gedicht auch umgehen wenn man nicht weiß wer der Konzius ist.
00:43:49: während wenn ich mir beispielsweise einen Fußballspiel anschaue und jemand sagt das Tor gilt nicht weil das war Abseits oder so dann muss ich wissen was abseits ist.
00:44:00: ja das heißt Also, meinen Gedichten zu folgen ist viel leichter als ein Fußballspiel anzuschauen.
00:44:06: Ja ich werde...
00:44:07: Doch das würde ich so sagen, weil nämlich diesen Quellcode von dem ich gesprochen habe.
00:44:13: der ist vielleicht wichtig aber er ist nicht unerlässlich für die Auseinandersetzung mit dem Gedicht während des Wissen über den Fußballregeln.
00:44:21: Ist völlig unerlässig.
00:44:22: Ich lache mal hier, ich lange mich jedes Mal zu Tode wenn ich einen Spiel anschaue, weil ich die Regeln nicht kenne.
00:44:29: Ja, und das ist eben auch die Gefahr von solchen Gedichten.
00:44:32: Dass man sich langweilt – also du hast gesagt zu Tode-Langweilt?
00:44:38: Weil man die Regen nicht kennt.
00:44:40: oder wahrer und besser ein Ansteller formuliert weil man zu sehr befangen is in der üblichen uraltkonventionellen Art und Weise Die uns eingetrüllt wird wie wir Texte zu verstehen hätten dass es eben so ein Umklapp-Bedeutungsmechanismus ist, da ist A und A bedeutet C wie so eine Kryptologie die es zu entziffern gilt.
00:45:06: Und wenn man das einmal gemacht hat dann weiß man es aber man weiß es halt nicht.
00:45:10: Ja aber so kannst du ja sowieso nicht auf meine Gedichte zugehen.
00:45:14: Dann bist du ja so wieso verloren?
00:45:16: eigentlich
00:45:16: im Grunde klar?
00:45:18: Sie machen natürlich etwas, was auch die anderen Leute machen.
00:45:22: Was jeder macht, was alle machen Wenn wir etwas hören, etwas fühlen Nachdenken lesen sehen Dann trinkt das ja in unser Gehirn ein.
00:45:33: und In dem Moment Wissen wir noch gar nicht Und später meistens auch nicht Welche Synapsen Das zum feiern bringt und warum sie zum feuern bringt und welche von uns vergessen ob das jetzt Schätze sind oder alter verstaubte Krämpel, der auf den Dachböden und Ruskierens rumliegt.
00:45:55: Dadurch ist aufgestöbert werden.
00:45:57: So ähnlich scheint mir das dann auch eben bei dir in deinem Verfahren zu sein.
00:46:01: Das heißt ... In dem Moment, in dem du eine Gedichtszeile liest beginnt erst die Arbeit deines Stöbern.
00:46:07: Also du weißt vorher gar nicht, welchen alten Kräppel oder welche alten Schätze die jetzt vielleicht aufstöbern werden, sondern das kannst du erst durch...
00:46:17: Den
00:46:18: Akt des Hinschreibens.
00:46:23: Das ist richtig geschildert und es wurde sozusagen durch den... anderen Text freigelegt.
00:46:28: Also es ist so, dass ich nicht recherchiere!
00:46:30: Ich nehme nicht ein Gedicht und recherchiere und schreibe mir dann auf was sich in dieser Überschreibung unterbringen könnte.
00:46:38: Manche andere machen das so und das kann man natürlich auch so machen.
00:46:41: aber bei mir ist es ganz sicher so ,dass das nur freigelegte Dinge sind die direkt aus meinem Kopf heraus kommen sowie du es eben geschildert hast.
00:46:50: Ja also insofern das ist glaube ich ganz wichtig.
00:46:53: Das sind diese Karaoke-Texte Das sind auch Übungen in der Erforschung unseres Bewusstsein, unseres Denken.
00:47:03: Also unseres bewusstseins und unseres Unbewussten also in der Funktionsweise unseres Gehirns.
00:47:09: Das darf man auf keinen Fall gering schätzen wenn man darüber redet wie sie funktionieren oder was es sollen.
00:47:17: das ist ja eine durchaus auch ernste und wissenschaftlich ernste Angelegenheit die offene Absicht des Surrealisten auch war, die das durchaus mit wissenschaftlichem Interesse und Anspruch ihre Experimente da gemacht haben.
00:47:37: Also nicht nur aus purstem Vergnügen.
00:47:40: Die wollten was herausfinden.
00:47:41: Die wollen etwas wissen.
00:47:42: Nämens wie ihr Hirn funktioniert kann.
00:47:45: Zufall dass das zur selben Zeit in der Freude das unbewusste entdeckt
00:47:51: hat.
00:47:51: Ja sie wollten es verschüttete freilegen wieder.
00:47:54: Das durch Kultur verschüttet sollte wieder freigelegt werden.
00:47:58: Habib Tengour ist ein Freund von mir, auch Habibi heißt Freund auf Arabisch.
00:48:04: also er hat den Vornamen Freund und der hat einen Auswahl von meinen Gedichten übersetzt für eine Band die in Algerien erschienen ist vor drei Jahren Autor französischer Sprache, der schon lange in Paris lebt und auch immer noch in Alger lebt.
00:48:26: Er hat einen Gedichtband von mir übersetzt.
00:48:28: Der heißt Lager des Champs de Mamezon, also kriegt er Zimmer in meinem Haus.
00:48:34: Diese Karaoke wurde ihm zum siebzigsten Geburtstag angefertigt.
00:48:38: Da haben einige Dichter weltweit Gedichte auf ihn gemacht und das ist in einer Anthologie erschienen Abib Tengour Rose à l'eau.
00:48:49: Rêve, Dilo rêve Je veux un cheval rouge veiller dans sa crinière Argile d'une insomnie séculaire Comme plainte élevée a la table de Dieu absent.
00:49:03: Rêvet la bien aimer modelé de lumière.
00:49:08: Il dit comme incantation Et le poète trace des souvenirs à contempler La bouteille de gaz.
00:49:36: Da fehlt die deutsche Übersetzung.
00:49:38: Zu drei Viertel kann ich es verstehen, aber es fehlen mir wüsste gesagten.
00:49:41: was weiß ich weil ich
00:49:42: das
00:49:43: vergesst
00:49:45: habe.
00:49:47: Ich krieg genug mich, dass es ein schönes Gedicht ist.
00:49:54: Vielleicht ein liebes Gedicht?
00:49:56: Willst du versuchen, das mal spontan auf Deutsch zu übersetzen oder ist dir das so gewagt?
00:50:02: Nun, es ist ein Traumgedicht.
00:50:05: Wir haben gerade eben von Surrealismus gesprochen.
00:50:08: Es geht um Rev.
00:50:09: de l'Rève.
00:50:10: also der Traum sagt Traum dann kommt ... Rotes Pferd mit seiner Mähne als Ton einer Jahrhunderte alten Schlaflosigkeit.
00:50:23: Ja?
00:50:24: Und lese jetzt das zuerst und dann sehen wir weiter... Okay!
00:50:29: Ich heiße Hans, ich nenne mich Apple.
00:50:31: Mein Name wird hier beides sein.
00:50:34: Hab' ich, hab nicht, taube in meinem Schnabel trage ich dengo en elbico la clave de los sueños Dendro-Mont, Enigmatique.
00:50:47: La Rosaló!
00:50:50: Woher da, Consius hast du diesen Plott?
00:50:53: Von Mars und Venus auf der Fistelwiese?
00:50:57: Vom Stachel in der Ferse?
00:50:59: Erfindung der Rose als Angsttrieb?
00:51:04: Berosen rises the water from a river too wet for the desert.
00:51:12: Der Schwanz des Amazoners schleppt sich noch unter der Sahara dahin und die davon trinken, Söhne Dragonsius.
00:51:21: ab und zu holt ein Düsenjäger über sie hinweg.
00:51:25: Ich misch mich da jetzt mal ein weil das für mich ein schönes Beispiel ist wie man ja doch erklären kann wie man durch Rumpulen auf Sinn kommen kann denn auf Anheb ist.
00:51:38: erstmal sind erst mal diese beiden Zeilen.
00:51:41: Der Schwanz des Amazoners schleppt sich noch unter der Sahara dahin und die, davon trinken Söhne frakonsius, quatsch!
00:51:51: Ja?
00:51:51: Was sollte sein?
00:51:52: Schwanz ist Amazoner selbst unter das Sahar dahinschläbt.
00:51:56: Da fällt mir aber plötzlich ein ja, Grundwarnerland als die Erde Die Erdmasse noch eins war.
00:52:03: Da ist der Amazonas nicht von den Anden nach Osten geflossen, sondern da ist er in der Tat im Osten der jetzigen Sahara entsprungen und ist quer durch den heutigen, also das was damals Gondwana war und was heute Nordafrika ist, quer nach Westen geflossene weitergeflossen durch Brasilien, bis er an die Anden geklatscht ist und dort nicht mehr weitergekommen ist.
00:52:32: Also der Schwanz des damaligen Amazoners lag tatsächlich da wo heute die Sahara ist.
00:52:40: Und er liegt unter ihr noch?
00:52:42: Unter ihr noch
00:52:43: zu liegen.
00:52:44: Es gibt noch Wasserüberreste, sogar mit ein oder zwei Stellen, mit Krokodilen darin.
00:52:49: So und dann wird es einfach ... Ja wer trinkt davon?
00:52:52: Leute die heute dort leben.
00:52:54: Und wer ist das?
00:52:54: Das sind die Algerier, die fifteenhundert Jahre nach dem Dies der Tragonsius leben.
00:53:01: Richtig!
00:53:02: Und die sich Söhne nennen.
00:53:03: Söhnen heißt... Die ganzen Nomadenstämme nennen sich immer Beni.
00:53:08: Und da sind die SöhNE.
00:53:10: Und man muss noch dazu sagen, dass das natürlich auch ein Beispiel ist für den Begriff Unterströmung in der Kunst.
00:53:18: In der Literatur eine Unterströmmung und dass das sozusagen eine Tatsache ist, eine erdgeschichtliche Tatsche die uns das Wort unterströmungen geschenkt hat.
00:53:30: Genau sehr gut!
00:53:31: Es wäre aber jetzt nur klar.
00:53:32: Die Warnung hinterher eine Täuschung zu meinen, dass man alle Zeilen und alle Texte von dir So
00:53:39: entschlüsseln kann.
00:53:41: Es ist eher seltener der Fall, sag ich mal nicht so sehr auch.
00:53:46: Ja es
00:53:46: gibt Bedeutungsinseln sowie es im Jazz Melodieninselen gibt in Free Jazz, so gibt es bei mir Bedeutsungsinsellen.
00:53:55: Sehr gut da kommen wir noch drauf.
00:53:57: zum Schluss also weiter in dem Gedicht.
00:54:09: La terre.
00:54:12: Je veux un cheval rouge veiller dans la crinière, mon oncle un che val de l'éren legion, mein onkel ein chef, mein Onkel ein humain, ein kirschkern Lutscher!
00:54:27: Die vielen Deutschen waren im Hinterher.
00:54:31: Ich hätte gern und wäre gern ich wollte überroir bei den Lofoten.
00:54:39: Alle Wege füren nach, argil d'un insomnie seculaire.
00:54:47: To fall in sleeplessness like Mississippi from Michi li makinak.
00:54:55: Old man made of water and steam, Made of clay are close, Lim mainen comme plainte élevée à la table de dieu absent.
00:55:11: Ich bin halt ein Schüler Gottes und trage seine Schuhe.
00:55:14: Ich sitze artig an seinem Tisch und fange seinen kalten Atem auf!
00:55:41: Ein Raver hat sein Liebchen aus Licht und Kohle, aus Milch- und Bienenwasser.
00:55:49: Das Girl trommelt bei der Holy Spirit Armee hinter festen Türen geschützt mit einem Passwort.
00:55:58: Gorilla!
00:55:58: Welcher Gorilla?
00:56:00: Tanzt sie vor im Heer?
00:56:03: Loomen il di com incontation.
00:56:11: Das Lied, wir haben es nicht oft genug gehört wie Warn zu bequem.
00:56:14: Der Hals hängt mir zum Hans hinaus.
00:56:17: das Lied in Wellen geht ist durch den Leib den schwarzen Wald beautiful.
00:56:26: Chanson automatic from Epanema.
00:56:32: El Poet Tras de Souvenira Ein Kondensstreifen milchig am Himmel.
00:56:41: dicker.
00:56:42: Are you everybody, are you innocent?
00:56:45: Das ist ein knistern von Insekten.
00:57:37: Von Getreide, Fleiß und Flur das Wort.
00:57:40: In dem die Sonne untageht.
00:57:42: Le mot crépuscule porte son chrismant le désir de blé tout ça comme dans un mot où le soleil se couche comme en espagne.
00:57:51: inside the world crepe a school is a crackle of crockroaches to be pale inside like an empty flat.
00:58:00: mon amour compte le rêve à la paume de ma main Und rede, rede in den Apfel meiner Hand.
00:58:09: Mein Name ein Garten, wo ein Gartner war.
00:58:13: Mein Namen einen Freund der mit mir geht wie mein Skelett Der Knochenmann.
00:58:20: In diesem Gedicht da... dichdest du dann plötzlich nicht mehr nur in Deutsch.
00:58:25: Du hast vorher auch schon mal ab und an fremdsprachige Wörter, also Französisch oder Englisch aber das sind dann einzelne oder zwei drei Ausdrücke.
00:58:33: hier sind es zwei-drei Mal ganze Gedichte im Französischen oder Dreiviertel Französische und da noch ein Viertel Englis gerätst du da rein sozusagen dass dich
00:58:46: Die Sprache
00:58:47: des Originals dann dazu sprichst er selbst gut französisch, verführt einfach in Französisch weiterzumachen.
00:58:55: Ich mach das ganz selten – das muss ich zuerst mal sagen!
00:58:57: Ich bin nicht wie Rilke oder wie andere die zeigen was sie alles können indem Sie auf Englische und auf Französische noch Gedichte schreiben.
00:59:05: Ich mache das nur einmal erneuer wo ich verschiedene Sprachengedichte aufs Neue herumschicke weil ich so viele Freunde habe, die kein Deutsch verstehen, dass sich die nicht grüßen könnte.
00:59:15: Wenn ich sie in Englisch und Französisch nicht grüsse.
00:59:19: Das war auch der Grund für dieses Gedicht, für die fremdsprachigen Inkrustationen.
00:59:26: Der Grund war der, das wurde in einer internationalen Antologie veröffentlicht.
00:59:31: Und ganz wenige haben nur Deutsch verstanden, die dieses Gedikt gelesen haben.
00:59:35: Dann hab' ich gedacht okay, dann mach' ich noch ein bisschen was Englische rein.
00:59:40: Das Französische ist ohnehin schon drin, das ist die eine Sache.
00:59:43: Die andere Sache ist natürlich wenn ich ein fremdsprachiges Gedicht vor mir habe, dass ich überschreibe dann kommt mir manchmal so ein, dass man es vielleicht nicht nur auf Deutsch überschreiben sollte sondern dass da plötzlich eine andere Sprache auch noch mit reinkommt weil natürlich auch das nur deutsche Echo gewisse Abfälschung bedeutet, die ich normalerweise gerne in Kauf nehme.
01:00:11: Aber manchmal hat es mich dann doch gereizt irgendwie mit anderen Sprachen zu arbeiten und ich glaube mein Gefühl ist das.
01:00:20: aber ich kann mich natürlich täuschen.
01:00:21: dass die englischen Ferse, die da drin sind, dass diese ja leicht zu verstehen sind und die französischen kann man auch nachvollziehen denke ich.
01:00:29: also das ist es nicht.
01:00:30: Ich würde sagen, dass gerade diese KO-Gesache die ich ja die ganze Zeit schon als Befreiung bezeichnet habe, auch da mich Sprach nicht befreit hat eigentlich im Grunde.
01:00:43: Sonst schreibe ich einfach auf Deutsch und gut ist.
01:00:46: Manchmal sind aber auch anderssprachige Kerne drin in irgendwelchen Sprachen.
01:00:50: Auch was weiß ich auf Kisuaeli oder so war man auch schon Sätze drinnen bei mir.
01:00:55: Das
01:00:55: ist auch ein glaube ich ganz wichtiges Zentrales und zunehmend verbreitetes Merkmal der gegenwärtigen Distung, dass es ja fast schon selbstverständlich geworden ist.
Neuer Kommentar