Extra: Willi Wacker ist tot.
Shownotes
Er war ein Freund auch von mir, viele Jahrzehnte lang. Freund, Gefährte, Compagnero, Mitarbeiter, ungemein hilfreicher Kollege bei meinen Filmen und Radiosendungen aus Nicaragua.
Willi Wacker ist tot. „Willi Wacker“ hat er sich manchmal genannt, manchmal als nom de plume, manchmal augenzwinkernd selbstironisch die Mühen der Berge und Ebenen kommentierend, über die er den Sisyphosstein seiner Arbeiten für die nicaraguanische Revolution rollte. Mühen, die in den letzten Jahren immer mühsamer, gefährlicher und deprimierender wurden unter dem autokratischen Regime Ortegas. Diesem Hurensohn (ach, nein, wir wollen die Sexarbeiterinnen nicht beleidigen, auch nicht die Hunde) also: dieser Canaille, dem Usurpator, der die Revolution inspiriert, installiert, dann okkupiert und schließlich kupiert hat zu einem Familienclan mafiöser Oligarchen.
Dieses Extra bringt neben einigen persönlichen Erinnerungen an William Agudelo auch Dokumente anderer Freude wie dem Verleger Hermann Schulz oder dem Übersetzer Lutz Kliche. Vor allem aber bietet es Auszüge aus seinen literarischen Werken: Aus dem frühen, tagebuchartigen Lebensbericht („Unser Lager bei den Blumen im Felde“), der seine Jahre als junger Seminarist im Konflikt zwischen menschlicher und göttlicher Liebe und die Gründung der christlichen Kommune von „Solentiname“ mit Ernesto Cardenal nachzeichnet. Und seinem letzten auf Deutsch erschienen Gedichtband „Deutschland im Zug“.
Die Texte daraus liest Kerstin Bachtler.
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